Generalversammlung Weiterhin auf Erfolgskurs

Vorstandsvorsitzender Jürgen Keil auf dem Podium, im Saal stimmen die Mitglieder der Raiffeisenbank Bühlertal ab.
Vorstandsvorsitzender Jürgen Keil auf dem Podium, im Saal stimmen die Mitglieder der Raiffeisenbank Bühlertal ab. © Foto: Sigrid Bauer
Sigrid Bauer 02.08.2017
Die Raiffeisenbank Bühlertal legt eine positive Bilanz vor.

Niedrige Zinsen führen zu anhaltend hoher Bauaktivität und damit zu überdurchschnittlicher Kreditnachfrage. Fast 116 Millionen Euro an Krediten hat die Raiff­eisenbank Bühlertal 2016 vergeben, das sind 7,1 Prozent mehr als 2015 und mehr als im Durchschnitt der Genossenschaftsbanken.

Die Kredite verteilen sich auf rund 2000 Kunden: „Das minimiert unser Risiko“, stellte Vorstandsvorsitzender Jürgen Keil fest. Nach wie vor ist das Privatkundengeschäft mit 56 Prozent Anteil das Hauptstandbein der Raiba Bühlertal.

Einlagen: 221 Millionen Euro

Auch bei den Kundeneinlagen verzeichnete Keil ein Plus von 3,5 Millionen Euro gegenüber 2015. „Unsere Kunden haben kurzfristige Anlagen bevorzugt“, so der Vorstand. Insgesamt haben sich die Einlagen 2016 um 4,2 Prozent auf 221 Millionen Euro erhöht.

Im Warengeschäft ist zwar der Umsatz leicht gefallen, das Ergebnis sei aber trotzdem positiv, weil sich die Umsätze in günstigere Geschäftsfelder verlagert haben.

Die Bilanzsumme hat sich 2016 von 176 Millionen Euro auf 184 Millionen Euro gesteigert. „Damit haben wir seit der Fusion (2013) ein moderates Wachstum von acht Prozent“, stellte Keil fest.

Zufrieden ist er mit der „sehr guten Ertragslage“. Das verdankt die Bank zum größten Teil dem Zinsüberschuss von 4,29 Millionen Euro, das sind 298 000 Euro oder 7,5 Prozent mehr als 2015.

Die Aufwendungen für die Verwaltung konnten trotz Investitionen in die Raiba-Gebäude leicht reduziert werden, weil beim Personal eingespart wurde. Nach Steuern und Einzahlung von 250 000 Euro in den Fonds für allgemeine Bank­risiken bleibt ein Jahresüberschuss von 470 000 Euro. Das Ergebnis liegt zwar 67 000 Euro niedriger als 2015, dennoch ist Keil zufrieden. Die Ertragslage sei damit stabil auf einem soliden Niveau, heißt es im schriftlichen Geschäftsbericht.

Den Mitgliedern bringt der Überschuss eine Dividende von fünf Prozent. Der Rest geht in die Rücklagen. Die Vermögenslage entwickelt sich dadurch weiter positiv auf insgesamt 19,8 Millionen Euro. „Damit liegen wir über dem Wert vergleichbarer genossenschaftlicher Banken“, betonte Keil.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Raiba Bühlertal 141 neue Mitglieder gewonnen. Jetzt sind es 4301 Genossen. „Rund 43 Prozent der 10 000 Einwohner in unserem Geschäftsgebiet sind also bei uns Mitglied“, rechnete Keil vor. Mit ihrer Prognose für 2016  lag die Raiba ziemlich gut. Im Bereich Kundengeschäfte wurde diese sogar weit übertroffen. Für 2017 und 2018 rechnet der Vorstand mit moderaten Zuwächsen bei den Kundenkrediten und -einlagen. Trotz der niedrigen Zinsen, die die Ertragslage schmälern, bleibe die Bank voraussichtlich auf Erfolgskurs. Allerdings könne der Zinsüberschuss bestenfalls stabil gehalten werden, wenn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank anhält.

Auch  weiter zunehmende regulatorische Anforderungen, die für eine kleine Bank wie die Raiba genauso umfangreich sind wie für Großbanken, seien eine Herausforderung, so Keil. „Dafür werden wir eine Extra-Stelle schaffen müssen“, kündigte er an.

Verkauf in Bühlertann

In Bühlertann wird die Filiale in ein Nachbargebäude, wo früher der Spar-Markt war, umziehen. Es gehört der Raiba. Über den Verkauf des jetzigen Raiba-Gebäudes an die Gemeinde Bühlertann sei man sich einig geworden, informierte Keil. „Durch die Zentralisierung hier in Vellberg brauchen wir in Bühlertann nicht mehr so viele Räume in der Filiale“, erklärte Klaus-Dieter Heiner, Bereichsleiter IT in Vellberg, am Rande der Versammlung.

Aus gesundheitlichen Gründen ist Keils Stellvertreter Bernhard Schweizer zum 30. Juni ausgeschieden. Sein Nachfolger Hermann Högel, bisher bei  der Raiba Mittelschwaben, wird ab 1. Oktober seinen Dienst antreten. Ute Zoll, Manfred Wollmershäuser und Reiner Stephan wurden einstimmig in den Aufsichtsrat wiedergewählt.