Rosengarten Weiter Blick über Haller Landhege

SWP 27.04.2015
Die Haller Landhege ist eine alte Grenze. Sie soll nun wieder sichtbar und vermarktet werden - etwa mit dem neuen Turm auf dem Kelterbuckel.

Nein, der neue Landhegturm steht weder auf der schwäbischen Alb noch auf den Alpen - auch wenn der Ausblick vom Kelterbuckel bei Rieden ähnlich schön ist und über das Hohenloher Land hinwegführt. Am Freitag vor einer Woche wurde dieses " Jahrhundertfenster" auf die alte Grenze der Haller Landhege eingeweiht.

Rosengartens Bürgermeister Jürgen König: "Stuttgart hat seinen Fernsehturm, Gaildorf seinen Kernerturm, Sulzbach-Laufen seinen Altenbergturm und Rosengarten jetzt seinen Landhegturm". Die etwa sieben Meter hohe aus Stahl konstruierte Imitation sei einem der fünf Landtürme nachempfunden, die im 14. Jahrhundert auf der rund 200 Kilometer langen Grenzmarkierung der damaligen Reichsstadt Hall standen. Es gibt noch Reste des originalen Turms auf der Sanzenbacher Anhöhe - wo genau wird allerdings nicht verraten.

Mainhardt, Michelfeld, Oberrot, Hall und Rosengarten arbeiten beim rund 275000 Euro teuren Landhege-Projekt zusammen. Es wird mit rund 121000 Euro durch das Leader-Programm der Europäischen Union finanziell gefördert.

Konzeptentwickler Eberhard - Hardy - Mann von der Erlebniswelt Mainhardt hat das Konzept geschaffen. Mehrere Punkte in den Kommunen weisen auf die alte Grenze hin. Auch die anderen Stationen sollen festlich eingeweiht werden. In Rosengarten wurde mit rund 94000 Euro am meisten investiert: Neben dem Turm mit Aussichtsplattform wurde ein Zeitenfernrohr installiert. Beim Blick hindurch werden Informationen eingeblendet.

"Das Projekt ist offen für weitere Teilnehmer", erklärt Hardy Mann - auch wenn die Leader-Kulisse geschlossen ist. Es könnten auch weitere Jahrhundertfenster entstehen, wobei jeweils eine Station einzigartig bleiben werde. Demnächst gehe auch ein Internet-Angebot online - mit einem Film, der den Zuschauer zurück in die Zeit der Landhege versetzt. Eine Überraschung hat Landschaftsarchitektin Rita Walpurgis mitgebracht: "Der Rosengarten bildet sich nirgends ab", meint sie - und sie will deshalb im Bereich des Landturms Rosen pflanzen.