Vom 24. Mai bis zum 8. September öffnet die kleine bayerische Landesgartenschau über 108 Tage hinweg ihre Pforten in Wassertrüdingen. 2011 hatte sich die Wörnitzstadt beworben und ein Jahr später den Zuschlag gegenüber Mitbewerbern wie Mühldorf am Inn erhalten.

Die Zusage hatte zur Folge, dass 2013 die „Natur in Wassertrüdingen 2019 GmbH“ ins Leben gerufen wurde. Mit den Vorbereitungen auf das Großereignis konnten gleich zwei städtische Pflichtaufgaben zusammen angegangen werden: der Hochwasserschutz an der Wörnitz wie auch die Rekultivierung der städtischen Bauschutt- und Erdaushub-Deponie. Zudem wurden mit dem Wörnitzpark und dem Klingenweiherpark zwei Naherholungsgebiete verwirklicht.

Gartenschau verpasst der Stadt einen „Grünen Stempel“

„Seit meinem ersten Auftritt beim Baustellenfest im Herbst letzten Jahres hat mich die Gartenschau in den Bann gezogen“, machte der neue Rathauschef Bürgermeister Stefan Ultsch aus seinem Herzen keine Mördergrube. Das für die kleine Stadt sehr kostenaufwendige Großereignis bringe mit den Landkreisen Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen und Donau-­Ries drei Gebietskörperschaften zusammen.

Ferner beteilige sich erstmals die hiesige Landwirtschaft umfangreich an der Veranstaltung, für die sogar die Regionalbahn nach Wassertrüdingen vorläufig wieder reaktiviert wurde. „Insgesamt hat die überregionale Zusammenarbeit begeistert“, zieht das Stadtoberhaupt schon jetzt ein positives Fazit. „Die Gartenschau bringt einen grünen Stempel in die Stadt.“ Davon zeigte sich jetzt auch der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber bei seinem Besuch in der Stadt überzeugt. Der Freistaat habe zusammen mit der Europäischen Union den Veranstalter deshalb mit einem Zuschuss von 2,56 Millionen Euro gefördert.

Der Freistaat fördert Gartenschauen

Unter dem Motto „Vom Glück, einen Schatz zu finden“ könnten Naturfreunde und Kulturliebhaber das völlig neu gestaltete Areal erleben. Dank neuer Förderrichtlinien könnten Gartenschauen in Bayern ab 2022 sogar mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro gefördert werden. Bislang wurden in Bayern durch ähnliche Veranstaltungen mehr als 480 Hektar dauerhafte Grün- und Erholungsflächen geschaffen. Von einer Förderung von rund 70 Millionen Euro haben seit 1980 insgesamt 23 Millionen Gäste profitiert, so Glauber.

Jüngst waren mehr als 40 Vertreter aus dem öffentlichen Leben nach Wassertrüdingen gekommen, um sich kurz vor dem Startschuss über den Stand der Bemühungen zu informieren. Bei einer Pressekonferenz wurden die Gäste außer vom Umweltminister von Landrat Dr. Jürgen Ludwig und dem Vorsitzenden der bayerischen Landesgartenschau GmbH, Roland Albert, sowie den Geschäftsführern der „Natur in Wassertrüdingen GmbH“, Peter Schubert und Robert Sitzmann, sowie dem Rathauschef und dem Landschaftsarchitekten Maik Böhmer aus Berlin über die Gartenschau aufgeklärt.

Bei einem Rundgang durch den Wörnitzpark zeigten sich die Anwesenden begeistert ob des mit der Umgestaltung verbundenen Klima- und Artenschutzes. „Die Gartenschau wird Wassertrüdingen deutlich voranbringen“, zeigte sich Landrat Dr. Jürgen Ludwig überzeugt. Durch den Einbruch der städtischen Gewerbesteuer sei das Projekt zwischenzeitlich „auf der Kippe gestanden“, doch habe sich das Risiko letztlich gelohnt. Der Landkreis Ansbach habe das Vorhaben von Beginn an mitgetragen. Mit großem Gemeinschaftsgeist habe man sämtliche Hürden überwunden. Die Gartenschau in Wassertrüdingen ist die zweite Veranstaltung der Art im Landkreis, nachdem 1988 Dinkelsbühl eingeladen hatte.

Ein „blühendes Band“ vom Wörnitz- bis zum Klingenweiherpark

Laut Roland Albert präsentieren sich auch die bayerischen Gärtner vor Ort. „Die Natur wird in die Stadt gebracht“, so sein Versprechen für ein „blühendes Band vom Wörnitz- bis zum Klingenweiherpark“. Daneben seien Imker und Streuobstverwerter dabei. Laut Planer Maik Böhmer seien die beiden Parkanlagen Investitionen in die Zukunft gewesen. Davon können sich ab dem 24. Mai auch die Besucher überzeugen. Im Vorfeld wurden über 5000 Dauerkarten abgesetzt.

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