Stimpfach Wasserkraft hautnah erleben

Die alte Mühle in Stimpfach wurde zu neuem Leben erweckt. Das Bild zeigt die Anlieferung der Wasserkraftschnecke im April 2012. Privatfoto
Die alte Mühle in Stimpfach wurde zu neuem Leben erweckt. Das Bild zeigt die Anlieferung der Wasserkraftschnecke im April 2012. Privatfoto
Stimpfach / LINDA GALUMBO 13.09.2013
Unter dem Motto "Zukunft erleben" gibt es am Sonntag, 15. September, von 13 bis 17 Uhr in der Mühle in Stimpfach eine Aktion, die zum Programm des Energietages Baden-Württemberg gehört.

Der Energietag Baden-Württemberg ist eine landesweite Kampagne unter Federführung des baden-württembergischen Umweltministeriums. Ziel ist es, auf die Bedeutung der erneuerbaren Energien und des Energiesparens hinzuweisen und die Bürger für diese wichtigen Themen zu sensibilisieren.

Die Stimpfacher Mühle zählt zu den traditionsreichsten Gewerbebetrieben dieser Art in der Region und ist bereits im Jahr 1136 urkundlich bezeugt. Um 1884 stellte sie als Säge- und Mahlmühle mit ihren fünf Mahlgängen, zwei Sägen und mehreren stattlichen Wohn- und Wirtschaftsbauten eine der bedeutenden Mühlen an der oberen Jagst dar. Der Zustand des 19. Jahrhunderts ist zum Teil noch heute erhalten. Die Stimpfacher Mühle ist somit ein wichtiger Zeuge der Technikgeschichte. Sie ist außerdem als ältestes Anwesen in Stimpfach urkundlich festgehalten.

Seit 1907 ist die Stimpfacher Mühle in Familienbesitz - seit Dezember 2009 bewohnt Familie Rathgeb das historische Anwesen, die bereits im März 2008 mit den Renovierungsarbeiten begann und die - laut Inhaberin Isabell Rathgeb - länger andauerten als ursprünglich geplant. "Bei mir sind viele Kindheitserinnerungen mit der Mühle verbunden, schließlich habe ich in meiner Kindheit viel Zeit hier bei meinen Großeltern verbracht", sagt Isabell Rathgeb.

Im April 2012 entschloss sich die Familie dann, mit einer Wasserkraftschnecke ans Stromnetz zu gehen. "Durch die direkte Lage an der Jagst lag es auf der Hand, das Wasser wieder zu nutzen", so Matthias Rathgeb, Betreiber der Wasserkraftschnecke. "Während früher also dank Holzmühlrädern, die das Wasser antrieb, das Getreide gemahlen wurde, macht heute unsere Wasserkraftschnecke umweltfreundlichen Strom", erzählt der dreifache Vater. So produziert die Wasserkraft circa 185 000 Kilowattstunden pro Jahr. Und die Besonderheiten: Die Wasserkraftschnecke ist drehzahlvariabel und schadet Fischen nicht, sie besitzt eine Bremstechnik mit Widerstandsbremse, und sie wird mit Biofetten geschmiert. Über ihr warmes Wasser muss sich die Familie Rathgeb außerdem in Zukunft keine Sorgen machen, denn "die Abwärme der Anlage nutzen wir für unsere Heizung", verrät Isabell Rathgeb.

"Energie aus Wasserkraft - hautnah erleben." Unter diesem Motto sind am kommenden Sonntag alle Interessenten eingeladen, die Anlage an der Stimpfacher Mühle zu besichtigen. Die Hochschule Aalen ist mit einem Infostand des Fachbereichs "Elektrotechnik - erneuerbare Energien" vertreten. Die Bewirtung übernehmen der Kindergarten und der Sportverein Stimpfach, denen der jeweilige Erlös zugute kommt. Der Musikverein unterhält die Gäste.

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