Rot am See Was vom Turm noch übrig ist

Horst Herzig (rechts) und Dieter Hohenstein freuen sich auf möglichst viele Besucher am Sonntag.
Horst Herzig (rechts) und Dieter Hohenstein freuen sich auf möglichst viele Besucher am Sonntag. © Foto: Tobias Haase
Rot am See / Tobias Haase 06.09.2018
Der sanierte Rohrturm bei Musdorf wird am Tag des offenen Denkmals eingeweiht. Das Gebäude markierte einst die Grenze der Landhege.

Was einmal ein Turm war, schaut heute eher aus wie ein kleines Bauernhaus. Der Rohrturm bei Musdorf in seiner ursprünglichen Form existiert nicht mehr. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von Panzern zerstört und stürzte 1946 ein. Vom Historischen Verein „Bebenburger“ gekauft und saniert, soll er in Zukunft als kleines Museum für die Geschichte des Turmes, der Rothenburger Landhege sowie der Muswiese dienen.

Rohrturm-Marktzoll-Fest

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen in Deutschland die Denkmäler. Der Verein nutzt diesen Tag, um am 9. September um 11 Uhr am vierten Rohrturm-­Marktzoll-Fest den sanierten Turm offiziell einzuweihen. Ein Programmpunkt wird das Aufstellen eines Fahnenmasts sein, der die Höhe des ehemaligen Gebäudes veranschaulichen soll. Anschließend wird eine Fahne gehisst. Der Vereinsvorsitzende Horst Herzig kündigt an: „Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Das ist eine tolle Möglichkeit, den Turm kennenzulernen, weil er sonst nur auf Anfrage geöffnet wird.“

Neben einem Bericht der Architektin Bärbel Mittnacht und der Übergabe der Leader-Plakette steht auch eine historische Feuerwehrübung auf dem Programm. Außerdem wird es Kaffee und Kuchen geben. Begleitet wird die Veranstaltung vom Musikverein Rot am See.

Falsche Erwartungen

„Der Name Rohrturm kommt vom benachbarten Rohrbachwald“, sagt Vereinsvorsitzender Horst Herzig. Ein Aufbau sei aufgrund der veralteten Bausubstanz nicht mehr möglich gewesen, erklärt er. Das sei durchaus problematisch, denn fast jeder Besucher erwarte entweder einen typisch runden oder hohen Turm. „Wenn man die Jugendlichen in Rot am See fragt, wissen viele von ihnen nicht, wo sich die Bebenburg und der Rohrturm befinden“, sagt Herzig. Er und Dieter Hohenstein würden sich auch über jüngere Besucher sehr freuen. Rund zwei Drittel der Gemeinde Rot am See liegen noch innerhalb des Gebietes der ehemaligen Rothenburger Landhege, das sei etwas ganz Besonderes.

Unterstützung beim Projekt

Mit einer Förderung durch das Leader-Programm der Europäischen Union und durch Spendengelder konnte der Rohrturm saniert werden. Trotzdem ist der Verein auf Mitgliedschaften und Spenden angewiesen. Informationen rund um den Rohrturm und den Bebenburger- Verein gibt es online und in den zahlreichen Vereinsmagazinen, die in etlichen Gaststätten und Läden in Rot am See erworben werden können. Das Motto des Vereins lautet: „Nur wer die Vergangenheit kennt und die Gegenwart begreift, wird die Zukunft meistern.“

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