Satteldorf Steinbruch: Was denkt die schweigende Mehrheit?

Satteldorf / Andreas Harthan 29.06.2018
Die Satteldorfer sind am Sonntag dazu aufgerufen, sich zum geplanten Steinbruch in Bölgental zu positionieren. Die Firma Schön & Hippelein verspricht einen „umweltfreundlichen Steinbruch“.

Rund 4400 Wahlberechtigte in der Gemeinde Satteldorf können am Sonntag darüber entscheiden, ob der von der Bürgerinitiative „Steinbruch Bölgental – Nein Danke!“ initiierte Bürgerentscheid Erfolg hat. Das ist dann der Fall, wenn eine Mehrheit der sich an der Abstimmung Beteiligenden mit „Ja“ stimmt, und diese Mehrheit mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten ausmacht – also mindestens 900 Stimmen.

Für die Bürgerinitiative steht fest, dass ein „Ja“ zu der Frage, ob die Gemeinde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen muss, um die Fläche bei Bölgental von einem Steinbruch freizuhalten, „derzeit das einzige wirksame Mittel“ ist, um für die Bevölkerung eine „erträgliche Lösung“ zu erzielen. Am Sonntag stellt sich also in der schuldenfreien und „stein“reichen Crailsheimer Nachbargemeinde die Frage, wie die sogenannte schweigende Mehrheit über den Sachverhalt denkt. Und ob sie bereit ist, diese Meinung per Beteiligung am Bürgerentscheid zu bekunden.

Zusicherungen

Frank Hippelein, der Geschäftsführer der Firma Schön & Hippelein (sie wird im Oktober den Antrag auf Einrichtung des Steinbruchs beim Landratsamt einreichen), betont in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung den Willen des Unternehmens, einen „umweltverträglichen Steinbruch“ zu gewährleisten. Hippelein betont, dass er „unbedingt“ eine Nordumfahrung von Gröningen bauen wolle. Das sei aber nur bei einem „Nein“ zum Bürgerentscheid möglich. Hippelein wörtlich: „Ein ‚Nein’ sichert der Gemeinde vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Ein ‚Nein’ verpflichtet Schön & Hippelein neben der Nordumfahrung zu vielen Auflagen.“ Eine Umfahrung von Gröningen könne vom Unternehmen überhaupt nicht garantiert werden, betont hingegen die Bürgerinitiative.

Hippelein versichert in der Pressemitteilung, dass „modernste Entstaubungsanlagen“ installiert und Anlagen „eingehaust“ werden. Zudem sagt er zu, dass neutrale Sachverständige Bestandsgutachten der Gebäude in Bölgental erstellen und Dauermessstellen im Ort eingerichtet werden.

Größten Wert legt der Geschäftsführer auf die Feststellung, dass es niemals einen Muschelkalkabbau bis vor die Tore von Gröningen geben werde. Auch wenn eine Karte des Geologischen Landesamtes dort Muschelkalk nachweist, sei das noch lange kein Beleg dafür, dass dort eines Tages ein Steinbruch entsteht. Hippelein wörtlich: „Wenn wir Muschelkalk abbauen dürfen, dann in den Grenzen des Regionalplans bis höchstens 1500 Meter an Gröningen heran.“

Er reagiert mit dieser Aussage auf die Homepage der Bürgerinitiative, auf der von einem „Risiko“ die Rede ist, „dass der Steinbruch bis circa 250 Meter an Gröningen heranrückt“. Für die Initiative steht fest, dass, sollte der Steinbruch kommen, „es in den Orten Bölgental und Gröningen nicht mehr lebenswert sein wird“. Kommende Generationen müssten sich dann anderswo ihre Zukunft aufbauen. Das müsse verhindert werden.

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