Mit einer entscheidenden Veränderung ist Wallhausen ins Jahr 2019 gegangen: Der Bauhof wird nicht saniert und erweitert, sondern neu gebaut. Für Verwaltung und Gemeinderat gleichermaßen hatte sich immer mehr gezeigt, dass sich ein Umbau nicht rechnen würde. Auch das Unterstellen der Altfahrzeuge war dabei ein Thema.

Bei aller gebotenen Sparsamkeit wurde also der auf rund eine halbe Million Euro geschätzte Neubau beschlossen. Die vom Regierungspräsidium bereits bewilligten Mittel aus dem Ausgleichsstock für einen Umbau wurden zurückgegeben, neue, erheblich höhere Zuschüsse beantragt und bewilligt.

Architektin Sibylle Müller aus Michelbach/Lücke hat den neuen Bauhof geplant. Das bestehende 20 Meter lange und 14,5 Meter breite Gebäude wird um einen Richtung Osten im rechten Winkel angeordneten Neubau ergänzt, der ebenfalls 14 Meter breit, aber 23 Meter lang sein soll. Müller zeigt auf, wo und wie im Neubau ein Sozialbereich mit Büro, eine „zeitgemäß und den heutigen Anforderungen entsprechend eingerichtete Holz- und Metallwerkstatt“ sowie ein großer Werkstatt- und Garagenbereich untergebracht werden.

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Wallhausen

Der jetzige Sozialbereich wird abgerissen. Ansonsten wird das bestehende Gebäude erhalten und lediglich durch geringfügige Renovierungsarbeiten ertüchtigt – für die geplante Abstell- und Lagerfläche gibt es bezüglich Wärmedämmung, Heizung und Elektroarbeiten keine Vorgaben. „So hat der Bauhof eine zusätzliche, große, stets benötigte Fläche.“ Gleichzeitig könne unabhängig vom Bestandsgebäude und dadurch in überschaubarer Zeit ein Neubau entstehen, der,  was Ausstattung, Sicherheit, Brandschutz und Energieeinsparverordnung angehe, den heutigen Ansprüchen entspreche.

Die Planung im Detail

Der neue Bauhof besteht aus drei Gebäudeteilen. Zum einen gibt es eine eingeschossige Holz- und Metallwerkstatt im nördlichen Teil des Gebäudes und einen Werkstatt- und Garagenbereich im Mittelteil. Bei beiden Teilen ist eine zweite Ebene möglich, sollte Bedarf daran bestehen. Im südlichen Teil findet sich ein zweigeschossiger Sozialbereich mit einem Büro für den Bauhofleiter, Umkleiden, Duschen und WC für Herren im Erdgeschoss und den entsprechenden Einrichtungen für Damen sowie ein Aufenthaltsraum mit Küche im Dachgeschoss.

Der geplante Neubau ist eine Satteldach-Rahmenkonstruktion aus Stahl mit einem Fertigteilsockel. Die Wandverkleidung und die Dacheindeckung bestehen aus so genannten Sandwichelementen, das heißt, dass Werkstoffe mit verschiedenen Eigenschaften in Schichten zu einem Bauteil zusammengeführt werden.

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Eine notwendige Planung

Für den Förderantrag hat Sibylle Müller die Argumente zusammengetragen, die für den Neubau sprechen: Das im Jahr 1986 errichtete Bauhofgebäude sei sehr veraltet und entspreche nicht den heutigen Anforderungen – es gebe zu wenig Umkleiden, Duschen und WC für Herren, gar keine für Damen. Am Übergang vom jetzigen Sozialgebäudeteil zur Werkstatt gebe es deutliche Spuren von Wassereintritt. Auch am Dach dringe an mehren Stellen Wasser ein. Die alten Holzschiebetore ließen sich nur mit Mühe von Hand bewegen und seien nicht abschließbar. Alles in allem gebe es erheblichen Platzmangel in fast allen Bereichen von der Werkstatt bis zum geschützten Unterstellen von Material im Außenbereich.

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Info


Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich Kämmerer Jürgen Rosenäcker zufolge auf 580.000 Euro.

Der Zuschuss beträgt rund 380.000 Euro, was einer Zuschussquote von 65 Prozent entspricht. Wenn alles gut geht, wird im Herbst begonnen, so dass Bodenplatte und Sockel noch vor dem Wintereinbruch fertig gestellt sind. Abgeschlossen wird das Vorhaben voraussichtlich im Herbst 2020.