Kreßberg Waldtann soll wachsen

„Überlegungsprozess“ in Waldtann: Links und rechts der L 1010 könnten am Ortseingang neue Bauplätze entstehen.
„Überlegungsprozess“ in Waldtann: Links und rechts der L 1010 könnten am Ortseingang neue Bauplätze entstehen. © Foto: Jens Sitarek
Kreßberg / Jens Sitarek 11.09.2018
Die Gemeinde Kreßberg treibt die städtebauliche Entwicklung voran, weil die Nachfrage nach Wohnraum steigt. Zwei Projekte sollen die Situation in einem Ort entspannen.

Die Einwohnerzahl in Waldtann liegt bei 873, die Zahl stammt von Ende Juni dieses Jahres. Nimmt man diejenigen dazu, die mit Nebenwohnsitz gemeldet sind, kommt man auf 902. Je mehr Einwohner es gibt, desto mehr Wohnraum wird zwangsläufig benötigt. „Die Nachfrage nimmt zu“, so sagt es Robert Fischer, der Bürgermeister der Gemeinde Kreßberg. „Es ist notwendig, dass wir uns Gedanken machen.“

Die Gedanken sind schon konkret, einen Einblick lieferte die Juli-Sitzung des Gemeinderates. Sie seien da auf diese gewerbliche Fläche am Ortsausgang von Waldtann Richtung Bergbronn gestoßen, sagt Fischer. Der Betrieb habe die Tätigkeit eingestellt, die Gemeinde sei sich mit dem Eigentümer einig geworden und habe die Grundstücke erworben.

„Es empfiehlt sich, städtebaulich einen Blick darauf zu werfen“, findet Fischer. „Das ist eine Chance.“ Das sah auch der Gemeinderat so und gab grünes Licht, aus der gewerblichen Nutzung eine Wohnbaunutzung zu machen. So war der Bebauungsplan „Wohnbebauung Bergbronner Feld“ auf den Weg gebracht. „Das wird für Waldtann die Situation entspannen“, sagt Fischer.

Paragraf 13 b Baugesetzbuch macht es möglich, Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren einzubeziehen. Dabei geht es um Wohnnutzungen auf Flächen, „die sich an im Zusammenhang bebaute Ortsteile anschließen“.

Bis zu 30 Bauplätze möglich

Joachim Zorn vom Büro Stadt­landingenieure aus Ellwangen stellte in der Sitzung mehrere Varianten vor, wie sich das Bergbronner Feld links und rechts der L 1010 entwickeln könnte. Auf der Straßenseite des früheren Betriebes sind auf Flächen zwischen 1,5 und 1,8 Hektar ein Mehrfamilienhaus und bis zu 20 Einfamilienhäuser vorstellbar.

Die größte Lösung bezieht die gegenüberliegende Straßenseite mit ein. Sie umfasst dann knapp 2,4 Hektar und sieht insgesamt 30 Bauplätze vor. Das sei „ein mögliches Konzept“ und „der Überlegungsprozess“, betont der Bürgermeister. Viele Dinge seien noch nicht berücksichtigt, die nächste Planung werde detaillierter. Zorn, der Planer, sagt, man könne „mit der Größenordnung etwas jonglieren“. Im Oktober soll es eine Infoveranstaltung geben. Klar ist schon jetzt: Sollte Waldtann an dieser Stelle wachsen, müsste das Ortsschild versetzt werden.

Mehrfamilienhaus im Ort

Auch innerorts geht die städtebauliche Entwicklung weiter – und zwar an der Straße „Brunnenhäusle“. Zorn bekam den Auftrag, dort „eine größere Einheit unterzubringen“, wie er es formuliert. Das Grundstück gehört ebenfalls der Gemeinde. Die Idee sieht so aus: ein Mehrfamilienhaus, zweigeschossig mit ausgebautem Dach­geschoss, sechs Wohneinheiten. Zudem soll eine 5,50 Meter breite Straße „was offen halten“, so Zorn weiter, „um nach Westen zu kommen“.

Das waren die ersten groben Pläne für Waldtann, aber damit ist nicht Schluss. „Wir werden in den nächsten Sitzungen mit weiteren Planungen kommen“, sagt Fischer. Für Marktlustenau, Bergbronn und Leukershausen.

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