„Alle Anträge für Freiflächen-Photovoltaikanlagen erfüllen die Kriterien, die wir letztes Jahr aufgestellt haben. Um unter den 15 Hektar zu bleiben, die wir als Limit gesetzt haben, müssen wir also zusätzliche Kriterien anwenden“, stellte Bürgermeisterin Ute Zoll in der Gemeinderatssitzung, die in der Stadthalle stattfand, fest.

Über vier der sechs Bauanträge hatte der Ortschaftsrat Großaltdorf schon beraten. Einverstanden war er mit einer Anlage nördlich von Großaltdorf nahe den Bahngleisen. Neben Autobahnen und Bahnstrecken dürfen solche Anlagen in einem 110 Meter breiten Korridor gebaut werden. Auf Wunsch des Regionalverbands bleibt die Anlage mit 0,9 Hektar unter einem Hektar, um den Verbrauch einer qualitativ guten landwirtschaftlichen Fläche zu begrenzen. Antragsteller sind zwei ansässige Landwirte.
Umweltminister Untersteller im Interview: Der Deckel für Photovoltaik-Anlagen muss weg

Stuttgart

Eine Photovoltaikanlage fällt kleiner aus

Der Ortschaftsrat hat auch einer auf fünf Hektar gegenüber dem ursprünglichen Antrag verkleinerten Anlage südlich von Lorenzenzimmern zugestimmt. Mit der reduzierten Anlage will der Rat sicherstellen, dass sie in dem landschaftlich schönen Bereich vom nahe gelegenen Waldbuchweg nicht zu sehen ist und außerdem vom Wald abrückt.

Die Flächen gehören regionalen Landwirten, die zusammen mit einem Planungsbüro in die Photovoltaikanlage investieren wollen. Beiden Anträgen stimmte auch der Gemeinderat bei jeweils zwei Gegenstimmen (Roland Rüdel und Monika Hirschner) zu. Rüdel ist grundsätzlich gegen solche Freiflächen-Anlagen. „Weil dadurch wertvolle landwirtschaftliche Flächen verloren gehen. Und weil ich es falsch finde, dass Landwirte durch staatliche Subventionen mit Energieflächen mehr Gewinn machen als mit dem Nahrungsmittelanbau“, begründet er seine Haltung gegenüber dieser Zeitung.
Landwirtschaft in Crailsheím Hofladen wird zum Corona-Trend

Crailsheim

Abgelehnt – wie schon der Ortschaftsrat – hat der Gemeinderat den Antrag für eine weitere ­zweigeteilte Anlage beim Waldbuchweg, weil sie weithin sichtbar und das Gebiet überlastet wäre.
Zu einem weiteren Bauantrag für eine Freiflächen-Anlage im Steinbruch bei Lorenzenzimmern haben sich die Behörden inzwischen geäußert: Landwirtschaftsamt, Regionalverband und Naturschutzbehörde schließen sie auf dem rekultivierten Steinbruchgelände nicht grundsätzlich aus, heißt es sinngemäß in der Sitzungsvorlage. Auch die vom Ortschaftsrat gewünschte Visualisierung wurde nachgereicht. Es fehlt noch eine Zusage darüber, dass das Erdmaterial, mit dem der Steinbruch teilweise aufgefüllt werden soll, nur aus der Region stammt. Sind die Unterlagen vollständig, wollen zuerst der Ortschaftsrat und danach der Gemeinderat darüber befinden.

Weitere Zustimmung

Bei Talheim sind ebenfalls zwei Photovoltaikprojekte beantragt. Mehrheitlich einverstanden war das Ratsgremium mit dem, das nördlich des Gewerbegebiets neben der Bahnlinie geplant ist. Eine andere Anlage östlich der Landesstraße hat er ebenfalls befürwortet. Der Investor hat seinen Antrag aber zurückgestellt, bis klar ist, wann das Gewerbegebiet Talheim Ost erschlossen wird. „Sollte er nicht bauen, stehen auf Vellberger Gemarkung noch 3,3 Hektar für andere Investoren für Freiflächen-Photovoltaik zur Verfügung“, führte Ute Zoll aus. Im Augenblick sei das Kontingent aber ausgeschöpft.

Schwäbisch Hall

Denn die Flächen der geplanten Anlagen einschließlich der zurückgestellten in Talheim und der im Steinbruch Lorenzenzimmern summieren sich auf 14,8 Hektar. Der Rat hat mit dem einstimmigen Beschluss bekräftigt, deshalb keine weiteren Anträge anzunehmen.
Die Stadt leiste mit 15 Hektar einen angemessenen Beitrag zur regenerativen Energiegewinnung aus Sonnenstrom, so die einhellige Meinung von Rat und Verwaltung. Auf ausdrücklichen Wunsch des Ortschaftsrats Großaltdorf hat er zudem entschieden, dass bei Lorenzenzimmern keine weiteren Anlagen mehr entstehen sollen.
Die Kosten für das Bebauungsplanverfahren tragen jeweils die Antragsteller. An diesen Verfahren wird wie üblich auch die Öffentlichkeit beteiligt. „Erst dann entscheidet sich, ob die Projekte tatsächlich realisiert werden“, erläutert Bürgermeisterin Ute Zoll.