Wolpertshausen Vortrag in Wolpertshausen: Neuerungen zum Elterngeld versprechen mehr Flexibilität

Experte und Referent Wolfgang Bohnert, informierte im Rahmen einer Veranstaltung von RegioBIZ, FamilyNET und DEx über die neuen Regelungen zum ElterngeldPlus.
Experte und Referent Wolfgang Bohnert, informierte im Rahmen einer Veranstaltung von RegioBIZ, FamilyNET und DEx über die neuen Regelungen zum ElterngeldPlus. © Foto: Katharine Behr
KATHARINE BEHR 21.07.2015
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein viel diskutiertes Thema. Mit den Neuregelungen zum ElterngeldPlus gewinnt es weiter an Gewicht. Für Eltern sowie Arbeitgeber stehen einige Änderungen an.

Einem Ergebnis des Familienmonitors 2012 zu Folge gehört für die Bundesbürger die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu den wichtigsten familienpolitischen Aufgaben der Regierung. Gleichzeitig sehen acht von zehn Befragten auch die Unternehmen in der Pflicht. Vor allem diese Tatsache führt dazu, dass bei der Wahl des Arbeitgebers, dem Thema Familienfreundlichkeit inzwischen dieselbe Bedeutung zugemessen wird, wie der Bezahlung.

Mit den Neuregelungen, die für Geburten seit dem 1. Juli gelten, bekommt das Thema noch mehr Gewicht. Denn das seit Anfang des Monats zur Verfügung stehende ElterngeldPlus soll die Elternzeit flexibler machen, in dem sich Elternzeit und Teilzeitarbeit besser vereinen lassen. Darüber informierten Experten auf einer Veranstaltung von RegioBIZ, FamilyNET und DEx in Wolpertshausen.

Die Kombination von Elternzeit und Teilzeit war zwar bisher schon möglich, allerdings ging so ein Teil des Elterngeldanspruchs verloren. Wer nun in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigt, kann länger Elterngeld beziehen: "Aus einem Elterngeldmonat, werden zwei ElterngeldPlus-Monate. So wird es leichter und lohnender, wieder stundenweise in den Beruf einzusteigen", erklärte Referent Wolfgang Bohnert.

Sobald sich Mutter und Vater die Kinderbetreuung teilen und vier aufeinander folgende Monate parallel zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, gibt es nun vier weitere Monate ElterngeldPlus. Dieser Partnerschaftsbonus ermöglicht es, dass sich beide Partner um die Kinder kümmern. Auch Alleinerziehenden steht dieser Bonus zur Verfügung. Eine weitere Neuerung ist, dass nun 24 statt bisher zwölf Monate Elternzeit zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes genommen werden können. All die neuen Angebote bedeuten jedoch nicht, dass das bisherige Elterngeld Geschichte ist. Im Gegenteil. Elterngeld und ElterngeldPlus lassen sich kombinieren.

Unterm Strich bedeutet das ElterngeldPlus für Arbeitnehmer eine ganze Reihe von Vorteilen - vor allem aus finanzieller Sicht. Das ElterngeldPlus fällt monatlich gesehen zwar geringer aus, wird aber länger gezahlt - und durch den Partnerschaftsbonus wird sogar auf die gesamte Dauer gesehen mehr gezahlt als beim Elterngeld. Es wird einfacher sich in einer Partnerschaft die Betreuung zu teilen. Zudem wird der Wiedereinstieg vereinfacht und lange Auszeiten vermieden. So können berufliche Ziele auch weiterhin verfolgt werden.

Was wiederum eine bedeutende Rolle für Firmen spielt: Das Know-how der Mitarbeiter bleibt langfristig erhalten, die Angestellten bleiben durch die kürzeren Fehlzeiten auf dem aktuellen Wissensstand und die Vertretungs- und Überbrückungskosten werden weniger - allerdings müssen sich Firmen auf eine wesentlich größere Nachfrage nach Teilzeitbeschäftigung einstellen - und das durch den Partnerschaftsbonus sowohl unter den Frauen als auch Männern in der Belegschaft.