Hohenlohekreis Vorfreude auf Hohenlohe

Helmut Jahn (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Matthias Neth zur Wahl zum neuen Landrat im Hohenlohekreis. Foto: Ralf Reichert
Helmut Jahn (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Matthias Neth zur Wahl zum neuen Landrat im Hohenlohekreis. Foto: Ralf Reichert
REI 12.06.2013
Mit 21 zu 18 Stimmen ist Matthias Neth (33) zum neuen Landrat im Hohenlohekreis gewählt worden. Ihn reizen die "enormen Gestaltungsmöglichkeiten", die mit der Arbeit verbunden sind.

Nachdem Landrat Helmut M. Jahr am Montag das Ergebnis des zweiten Wahlgangs bekannt gegeben hat - 21 : 18 für Dr. Matthias Neth - schließt dieser seine Augen und umarmt seine Partnerin Jutta Huba. Mitbewerber Uwe Köhn (51) ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, Ehefrau Susanne Groner-Köhn tröstet ihn.

Wann der 33-Jährige den Chefposten im Landratsamt in Künzelsau übernimmt, ist noch offen, das entscheidet sich in den nächsten Tagen. Letzter Arbeitstag von Helmut Jahn ist am 22. Juli.

Wer ist Matthias Neth, der in die Fußstapfen von Landrat Helmut Jahn treten wird? Im November hatte Landrat Jahn seinen Rückzug bekannt gegeben, darüber war Neth von seiner Großmutter informiert worden. "Ab da bin ich mit dem Gedanken schwanger gegangen". An der Arbeit reizt den promovierten Juisten: "Es ist frappierend, welch enorme Gestaltungsmöglichkeiten man hat von der Idee bis zur Umsetzung. Man sieht was von seiner Arbeit, kann kreativ sein und viel erreichen."

Matthias Neth hat enge familiäre Beziehungen in den Hohenlohekreis. Dort ist seine Mutter aufgewachsen, die Tochter von Pfedelbachs Ex-Bürgermeister Erich Fritz. "Der Hohenlohekreis ist ein Teil von mir. Für uns war das großelterliche Haus immer Familienmittelpunkt. Von Kindheit an stand ich im Weinberg." Die Landschaft, die Mentalität: All dies sei ihm nicht fremd.

Erich Fritz, sein Großvater, starb 1993, er war bis 1986 Bürgermeister in Pfedelbach. Seine Großmutter ist im Januar gestorben. Jetzt will Neth sofort in den Hohenlohekreis ziehen, "mit Sack und Pack" und Partnerin Jutta Huba (30), die bei der Finanzverwaltung in Schwäbisch Gmünd arbeitet.

Neth hatte zunächst in Böblingen das Amt für Bauen und Gewerbe geleitet, ab September 2010 holte ihn die Landesverwaltung. Seine Stelle im Landratsamt wurde freigehalten, doch Neth fasste in Stuttgart so gut Fuß, dass er nicht zurückkehrte. Erst war er drei Monate im Innenministerium, dann vier Monate Parlamentarischer Berater der CDU-Landtagsfraktion. Im März 2011 wechselte er als Referent für Wirtschaftspolitik ins Staatsministerium, seit Mai 2011 ist er wieder im Landtag: Als Parlamentsrat berät er die CDU-Fraktion.