Ortskundige können sich noch an das Holzkreuz am Fahrbahnrand erinnern. Vor Jahren hat dort die Fahrt eines jungen Paares an einem Straßenbaum ein tödliches Ende gefunden. Vier Jahre ist es her, dass es verschwand - zusammen mit den Bäumen, die in Erwartung des Straßenausbaus gefällt wurden. Knapp einen Meter hoch blieben die Baumstümpfe stehen. Sie sind nun eine Gefahr für Autos, die von der Fahrbahn abkommen.

"Das sind nicht wenige", weiß Dieter Wahl. Der Berufskraftfahrer hatte vor drei Monaten selbst einen Unfall mit Totalschaden auf dieser Strecke. "Wie auf Schmierseife" sei ihm damals die Hinterachse seines Sattelschleppers weggerutscht. "Der Auflieger stand auf der Straße und mit dem Führerhaus hab ich einen der Wurzelstöcke neben der Straße gepackt und ausgerissen, das hat den Totalschaden am Motor verursacht." Ein Geländewagen und ein Kleinlaster seien wenige Tage nach ihm im Acker gelandet.

Tatsächlich sind an mehreren Stellen Fahrzeugspuren im weichen Untergrund neben der Straße zu sehen. Für Lastwagen, die auf das aufgeweichte Bankett neben der nur 5,50 Meter breiten Fahrbahn geraten, gibt es keine Möglichkeit mehr, gegenzusteuern. Dass der Belag auf großen Flächen gefährlich glatt ist, lässt sich mit bloßem Auge erkennen: Wie eine polierte Tanzfläche glänzen die sogenannten schwarzen Platten bei Nässe. Bei Dunkelheit und Nebel weisen weder Markierungen in der Mitte noch am Fahrbahnrand den Weg. Die Begrenzungspfosten hängen schief im weichen Untergrund. Einzig die vielen Hinweistafeln auf Straßenschäden, wellige Fahrbahn, nicht befahrbare Bankette und die Begrenzung auf 70 km/h stehen akkurat und spiegeln sich in den wassergefüllten Schlaglöchern.

"Muss es denn erst Tote geben?", fragt Dieter Wahl, der seit Jahren auf den Ausbau des gut einen Kilometer langen Abschnitts wartet. "Aber außer den Fünf-Euro-Flicken ist nichts gemacht worden", klagt er.

Auch Busfahrer haben Respekt vor dieser Strecke. "Das ist bei Nässe wie Glatteis", wissen die Mitarbeiter im Ilshofener Busunternehmen Jäger. Ihr Chef Harro Jäger hat sie angewiesen, langsam und vorsichtig zu fahren. "Ich stufe die Straße als sehr gefährlich ein, da sind 70 Kilometer schon zu schnell." Es sei reine Glückssache, dass es dort noch keinen Unfall mit einem Schulbus gegeben hat.

Beim Straßenbauamt sind die Probleme mit der L 1042 bestens bekannt. "Unsere Straßenmeister wissen schon nicht mehr, was sie noch tun sollen", klagt Kurt Maschka, zuständig für Betrieb und Verkehr. Jeder Euro, den man noch in Ausbesserungen investiert, sei zu viel, weil nur die grundlegende Sanierung Abhilfe schaffen könne.

"Doch die kommt vorerst nicht", teilt Amtsleiter Erwin Tiroke bedauernd mit. Ein Gespräch mit Vertretern des Regierungspräsidiums verlief enttäuschend, weil die Gelder fehlen. "Es wird ein Abschnitt der

L 1060 bei Hausen gemacht, aber nicht die Hörlebacher Straße", sagt er. Die Leute vom RP seien zu bedauern. "Da gibt es schlechte Strecken zuhauf im gesamten Land und es können nur kleine Abschnitte gemacht werden."

Die Priorisierung richtet sich nach dem Verkehrsaufkommen. Und da hat die L 1060 von Hessental nach Obersontheim nach der Zählung im Jahr 2010 pro Tag 13500 Fahrzeuge aufzuweisen, Hörlebach nur 3500 Autos und Lastwagen.