Dramatische Szenen spielten sich am Samstag in Kirchberg ab: Aus einem Wohnhaus schlugen die Flammen meterhoch in den nächtlichen Himmel. Dem professionellen und mutigen Einsatz von 97 Feuerwehrleuten aus Kirchberg und seinen Nachbarorten, die mit 27 Fahrzeugen ausgerückt waren, ist es zu verdanken, dass die eng bebaute Altstadt von Kirchberg vor einer Katastrophe bewahrt wurde.

Den Floriansjüngern der Abteilung Kirchberg und aus der Alters­abteilung sollte gerade das Essen bei einem Kameradschaftsabend in der „Lindenau“ in ­Mistlau aufgetischt werden, als um 19.41 Uhr die Alarmpiepser ertönten. Aus Kirchberg wurde ein Schwelbrand gemeldet, der sich allerdings in kurzer Zeit zu einer veritablen Feuersbrunst auswuchs. Die Abteilungen der Kirchberger Feuerwehr waren zuerst am Brandort, gefolgt von der Feuerwehr Crailsheim mit ihrer Abteilung Triensbach.

Mutter und drei Kinder im Diak 

Dem Kirchberger Kommandanten Alexander Müller, der auch als Einsatzleiter fungierte, stand zudem die „Führungsgruppe Mitte“ zur Seite, die aus Mitgliedern der Feuerwehren Kirchberg, Braunsbach, Vellberg, Wolpertshausen und Ilshofen besteht. Die Polizei sicherte den für die Feuerwehrfahrzeuge nur schwer zugänglichen Brandort mit vier Beamten vor Schaulustigen.

Vermutlich hatte ein zündelndes Kind den Brand im Dachgeschoss des Hauses ausgelöst. Löschversuche eines Nachbarn und des Großvaters an einer schwelenden Matratze scheiterten. Der Rettungsdienst (vor Ort waren Rotes Kreuz, ASB und eine Notärztin) brachten die 29 Jahre alte Mutter und ihre drei Jungen im Alter von drei, fünf und acht Jahren ins Haller Diak, da der Verdacht auf eine Rauchvergiftung bestand. Fünf Bewohner von zwei Nachbarhäusern wurden vorsorglich evakuiert und vom Team des nahen Kinos „Klappe“ betreut.

Gegen 22.20 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Die enorme Hitze hatte zuvor zwei Atemschutz-Trupps, die sich in das Haus hinein wagten,  schwer zu schaffen gemacht. Mit zwei jeweils 1000 Meter langen Schlauchleitungen hinunter an die Jagst konnte die Feuerwehr das Löschwasser aus einem Oberflur-Hydranten auf dem Frankenplatz ersetzen, den es während der Löscharbeiten zerrissen hatte. Durch die Schläuche flossen dann maximal 2000 Liter Wasser pro Minute.

Nachbarhäuser gerettet

Trotz aller Bemühungen der Feuerwehrleute, die bis zur völligen körperlichen Erschöpfung gegen die Flammen kämpften, war das Wohnhaus nicht mehr zu retten. Erst als die Ziegel abgedeckt waren, konnten die letzten Glutnester mithilfe der Crailsheimer Drehleiter gelöscht werden. Dafür gelang es, die benachbarten Häuser vor den Flammen zu bewahren. Die Polizei taxiert den Schaden auf rund 70 000 Euro.