Wahl Von wegen wahlmüde: 800 wollen Blaufeldener Bürgermeisterkandidaten sehen

Mehr als 800 Blaufeldener wollen am Mittwoch hören, was die Bürgermeisterkandidaten Ralf Beyer, Petra Weber und Hans Hartmann (von links) ihnen zu sagen haben.
Mehr als 800 Blaufeldener wollen am Mittwoch hören, was die Bürgermeisterkandidaten Ralf Beyer, Petra Weber und Hans Hartmann (von links) ihnen zu sagen haben. © Foto: Sebastian Unbehauen
Blaufelden / SEBASTIAN UNBEHAUEN 23.01.2015
Es war voll, es war spannend, es war heiter: Die Vorstellung der Blaufeldener Bürgermeisterkandidaten in der Mehrzweckhalle hat gezeigt, was Demokratie kann - und wie unterschiedlich Bewerber sein können.

Noch-Amtsinhaber Klaus Köger gratulierte den Kandidaten Petra Weber, Ralf Beyer und Hans Hartmann zwar zu ihrer "weisen Entscheidung", Bürgermeister werden zu wollen. So recht beneidenswert war das Trio am Mittwochabend aber nicht: Mehr als 800 Zuschauer kamen in die Mehrzweckhalle, um sich ein Bild zu machen. Lampenfieber ist da ein leicht zu diagnostizierendes Krankheitsbild. Nur Michael König konnte den Abend entspannt angehen. Der Kandidat der Nein-Partei war erwarteterweise zu Hause geblieben.

Für jene Bewerber, die gekommen waren, galten folgende Regeln: 20 Minuten Redezeit, danach 15 Minuten für Nachfragen aus dem Publikum. Während einer sprach, weilten die anderen draußen.

Nach vielen Jahren zurück nach Hohenlohe

Den Anfang machte Petra Weber. Die 48-Jährige stammt aus Satteldorf und ist momentan Verwaltungsleiterin der Mannheimer Kunsthalle. Die Diplomverwaltungswirtin mit einem zusätzlichen Studium im Fachbereich Kulturmanagement verwies auf ihre langjährigen Erfahrungen im Verwaltungsbereich und im Führen von Mitarbeitern. Sie habe sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten entschlossen, nach vielen Jahren in ihre Hohenloher Heimat zurückzukehren. Die anstehende Wahl in Blaufelden kam da gerade recht. Sollte sie gewählt werden, will Weber gemeinsam mit dem Gemeinderat einen "Masterplan" erstellen, mit dem obersten Ziel, Blaufelden als "familienfreundlichen und attraktiven Arbeits- und Lebensort" zu positionieren. Vordringlichste Aufgaben sind für die Kandidatin eine Verbesserung der Breitbandversorgung in den Teilorten und die Entwicklung der Schule.

"Eine Herzensangelegenheit"

Ralf Beyer (50) musste sich eigentlich nicht vorstellen, schließlich ist er Blaufeldener, hat fast sein gesamtes Leben in der Gemeinde verbracht, sitzt seit 2009 im Kommunalparlament und ist im Sportverein engagiert. Er tat's aber natürlich dennoch. Beyer hat keine Erfahrungen mit öffentlicher Verwaltung, verwies aber auf viele Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben. Die Verwaltungsabläufe von Wirtschaftsunternehmen seien ihm sehr gut vertraut. In die Rathausarbeit könne er sich einarbeiten. Auch Beyer nannte die Schule und den Breitbandausbau als zentrale Themen. Bei Ortsspaziergängen erfahre er, wo den Bürgern die Schuhe drückten. Er schloss: "Für mich ist dieses Amt kein Amt, sondern eine Herzensangelegenheit."

Unterwegs mit dem roten Flitzer

Hans Hartmann (57) trat ohne Manuskript ans Podium. Der Verwaltungsfachwirt lebt in Niederstetten und ist seit Jahren Mitarbeiter im Rathaus in Röttingen in Unterfranken. Humor beschreibt er selbst als einen seiner bestimmenden Charakterzüge. So dürfte Hartmann sich nicht weiter gewundert haben, dass das Publikum sich ob seines Vortrags fast durchgehend erheitert zeigte. Mit seinem "roten Flitzer" sei er in den vergangenen Wochen immer hin und her gefahren, berichtete der Kandidat, und habe so die "Großgemeinde Blaufelden" samt vieler Bürger kennengelernt. Hartmann wolle die Arbeitsplatzsituation "gerne verbessern", sei aber angesichts der derzeitigen Investitionszurückhaltung vorsichtig, was die Ausweisung von Gewerbegebieten angeht. Stattdessen möchte er Radwege, seniorengerechte Wohnungen und mehr Ärzte.

Info Die Wahl ist am 1. Februar.

 


HT zieht in die Halle um

Eine letzte Chance, alle drei Kandidaten gemeinsam zu erleben, gibt es am Dienstag, 27. Januar, um 19 Uhr: Dann bittet das HT zum Wahlforum – nicht wie bisher angekündigt ins „Spektrum“, sondern in die Blaufeldener Mehrzweckhalle. Anders als am Mittwoch sind dann alle Bewerber gleichzeitig auf der Bühne. Redaktionsleiter Andreas Harthan und Redakteur Harald Zigan stellen die Fragen.

SEBU