Satteldorf Von Satteldorf nach ganz Europa

Auf rund 19 Kilometern hat das Bauunternehmen Leonhard Weiss nördlich von Bamberg 64 000 Meter Schienen verlegt, 52 000 Stück Schwellen und 120 000 Tonnen Gleisschotter verarbeitet.
Auf rund 19 Kilometern hat das Bauunternehmen Leonhard Weiss nördlich von Bamberg 64 000 Meter Schienen verlegt, 52 000 Stück Schwellen und 120 000 Tonnen Gleisschotter verarbeitet. © Foto: Leonhard Weiss
Satteldorf / Johannes Ihle 14.08.2018
Die Baufirma Leonhard Weiss gehört zu den größten Arbeitgebern der Region und war zuletzt am derzeit größten deutschen Bahnprojekt zwischen Nürnberg und Berlin beteiligt.

Bahn fahren: am Gleis stehen, auf die Uhr oder das Handy schauen und auf den Zug warten, sich einen Sitzplatz suchen, während der Fahrt die Landschaft genießen oder eine Runde schlafen und am Zielort entspannt aussteigen. Ganz selbstverständlich. Doch damit der Zug überhaupt fahren kann, muss eine Strecke natürlich erst einmal geplant und gebaut werden.

Leonhard Weiss mischt in dieser Branche kräftig mit. Der Konzern wurde 1900 als reines Gleisbauunternehmen gegründet und ist mittlerweile einer der größten Komplettanbieter von Bauleistungen – nicht nur in der Region. Die meisten und größten Baustellen werden im Bundesgebiet, schwerpunktmäßig in Süddeutschland, abgewickelt. Zunehmend gewinnt der europäische Markt, vor allem in Skandinavien, dem Baltikum und Osteuropa an Bedeutung. Dort erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 15 Prozent seines Umsatzes.

Vor allem die Deutsche Bahn ist ein treuer Kunde der Satteldorfer. Leonhard Weiss ist an Stuttgart 21 beteiligt und arbeitete auch am größten Bahnbauprojekts Deutschlands mit: an der Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin. Zwei Bauabschnitte realisierte die Baufirma aus Hohenlohe – beide nördlich von Bamberg. Es war die bisher größte Baustelle des Unternehmens. In Spitzenzeiten waren bis zu 500 eigene Mitarbeiter im Einsatz.

Renaturierung gehört dazu

Leonhard Weiss war dabei nicht nur für den kompletten Gleisbau zuständig, sondern übernahm gleichzeitig die klassischen Bauleistungen wie Erd-, Tief-, Brücken- und Straßenbau und verantwortete die Umsetzung des Lärmschutzes in den durchfahrenen Gemeinden ebenso wie Teile der Bahntechnik. Auf 19 Kilometern wurden 64.000 Meter Schienen verlegt, 52.000 Stück Schwellen und 120.000 Tonnen Gleisschotter verarbeitet, wie die Firma in einer Pressemitteilung schreibt. Eine besondere Herausforderung stellte die Veränderung des Flusslaufs des Mains dar. Renaturierung stand ebenfalls oben auf der Agenda.

Nicht einmal zwei Jahre hat das Unternehmen für die Umsetzung des Projekts gebraucht. Und dass das so war, hat laut der Pressemitteilung einen Grund: „Wir wollen bauen, deshalb lösen wir Probleme mit allen Beteiligten direkt und in einem offenen Dialog“, sagt Projektleiter Hubert Greubel. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, der Deutschen Bahn, den Projektingenieuren und der Bauüberwachung sowie den Kommunen und deren Bevölkerung.

260 neue Arbeitsplätze

Zwischen 2000 und 3000 Baustellen wickelt Leonhard Weiss im Schnitt pro Jahr ab. An den verschiedenen Projekten arbeiten momentan rund 5100 Mitarbeiter – Tendenz steigend: Neben dem Ausbau der Niederlassung in Günzburg, entsteht derzeit ein umfangreicher Anbau am Standort Satteldorf. Nach der Fertigstellung im Herbst 2019 soll es dort rund 260 neue Arbeitsplätze geben. Im September, wenn das neue Ausbildungsjahr beginnt, werden rund 95 Azubis ihre Stelle antreten – in allen drei Lehrjahren sind dann 280 junge Menschen beschäftigt.

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