Oberrot Von Neuhausen nach Indien

Pater Tomy Thomas übergibt während seines Urlaubs die 2000-Euro-Spende persönlich bei der "Mutter Theresa EM School" in Luxettipet in Adilabad. Foto: bu
Pater Tomy Thomas übergibt während seines Urlaubs die 2000-Euro-Spende persönlich bei der "Mutter Theresa EM School" in Luxettipet in Adilabad. Foto: bu
Oberrot / HANS BUCHHOFER 10.08.2013
Jedes Jahr findet in Oberrot-Neuhausen ein Sommerfest von "Wollknoll" und der angeschlossenen Filzschule statt. Davon profitiert jetzt auch eine Schule in Indien in Form einer stattlichen Spende.

Die Produktion und Veredlung von Wolle inklusive des weltweiten Versandhandels von "Wollknoll" ist eine Erfolgsgeschichte der Inhaber und Geschäftsführer Sonja und Bernd Fritz. Seit 1993 sind sie in dieser Marktnische aktiv.

Einen besonderen Akzent setzen die beiden mit ihrer Filzschule, die in diesem Jahr zum vierten Mal die Fortbildung "Fit in Filz" angeboten hat (wir berichteten). 53 Kursteilnehmerinnen ließen sich von einem Dozentinnenteam in die Geheimnisse der handwerklichen und künstlerischen Filzbearbeitung einführen und stellten nach Abschluss der sechs Wochenblöcke à sechs Tage ihr individuelles Filzprojekt vor. Die Teilnehmerinnen erhalten zum Abschluss das Zertifikat der Filzschule Oberrot. Die Hausarbeiten und die Abschlussprojekte wurden im Rahmen des Sommerfestes, das Mitte Juli gefeiert wurde, der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Tage lang drehte sich aber nicht nur alles um Wolle und Filz, sondern um gegenseitige Kontakte und um Geselligkeit. Der Erlös der Tombola wird jedes Jahr einem sozialen Zweck zugeführt.

In diesem kam die "Mutter Theresa EM School" in Luxettipet in Adilabad in den Genuss, 2000 Euro für den Aufbau ihrer Bildungseinrichtung zu erhalten. Pater Tomy Thomas von der Seelsorgeeinheit Gaildorf-Hausen-Mainhardt wird die Spende persönlich der Schule überbringen. Er tritt in diesen Tagen seinen Heimaturlaub in Indien an.

In Indien haben nur Kinder von wohlhabenden Eltern die Chance, eine gute Schulausbildung zu genießen. Kinder in den Urdörfern können keine Schule besuchen und arbeiten mit ihren Eltern, die als Tagelöhner ein kärgliches Einkommen beziehen. Die Schule der Missionare (MCBS), zu denen auch Pater Tomy gehört, begann mit dem Unterricht für die armen Kinder vor fünf Jahren und plant diese Schule bis zum zehnten Schuljahr auszubauen.

Vom Staat gibt es keine Mittel, nur mit Spenden werden die notwendigen Bauten und Unterhaltskosten bestritten. Derzeit besuchen etwa 700 Kinder die Schule. Jedes Jahr sollen zwei Klassenräume errichtet werden. Im Moment können Kinder bis zur 6. Klasse unterrichtet werden. Die Spende aus Oberrot-Neuhausen kommt direkt an, und die Verantwortlichen können das Geld sicher gut gebrauchen.