Bild Vom Skandal zum echten Anziehungspunkt

Onolzheim / HOF 10.07.2013
Die Nackten von Onolzheim haben für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Seit elf Jahren ziert das monumentale Auferstehungsbild die Altarwand der Marienkirche. Bis heute scheidet es die Geister.

Pfarrerin Elke Maier mag das Bild des Karlsruher Künstlers Thomas Gatzemeier. Sie setzt sich manchmal ganz allein in den Kirchenraum, lässt, wie sie selbst es ausdrückt, den Blick über der 61 Quadratmeter großen Leinwand spazieren laufen und hängt ihren Gedanken nach. "Ich entdecke immer wieder neue Details und bin begeistert, wie viel Aussagekraft das Bild besitzt", sagt die Onolzheimer Pfarrerin: "Nackt sind wir auf die Erde gekommen, und nackt werden wir wieder gehen. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Und: Vor Gottes Angesicht sind alle Menschen gleich." Auf den ersten Blick erschließt sich der theologische Hintergrund dem Betrachter nicht sofort. Viele Menschen sehen zunächst einmal eine große Anzahl nackter Leiber. Zu viel nackte Haut für den Geschmack mancher Kirchgänger.

Doch es gibt auch andere Meinungen. Wenn Elke Maier Besuchergruppen, die mittlerweile mit Bussen angereist kommen, durch das kleine Kirchlein führt und ihnen das außergewöhnliche Bild erklärt, das in Deutschland in seiner Art einmalig ist, beobachtet sie, wie sich das anfängliche Befremden in ein Verstehen wandelt. "Kunst muss kritisch sein und polarisieren. Wenn sie jedem gefällt, ist sie wohl keine Kunst", meint Elke Maier.

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