Fichtenau Volksfest-Vorbereitung: Wellness im Güllefass

Freuen sich schon aufs Volksfest, das heuer sicherlich besonders feucht-fröhlich wird (von links): Lukas Schneider, Nico Merz, Felix Österlein und Lorenz Engelhardt auf dem Güllefass.
Freuen sich schon aufs Volksfest, das heuer sicherlich besonders feucht-fröhlich wird (von links): Lukas Schneider, Nico Merz, Felix Österlein und Lorenz Engelhardt auf dem Güllefass. © Foto: Luca Schmidt
Fichtenau / Luca Schmidt 02.08.2018
Acht Freunde aus Lautenbach bauen ein Güllefass zu einem Pool um, rund 1250 Arbeitsstunden haben sie investiert. Mit dem fahrbaren Schwimmbecken wollen sie am Volksfestumzug teilnehmen.

Wer heuer beim Crailsheimer Volksfestumzug badende Menschen in einem halben Güllefass sieht, der darf seinen Augen ruhig trauen: Acht Freunde vom Bauwagen Lautenbach konstruieren momentan einen rollenden Whirlpool. Sie wollen mit dem Teil am Umzug teilnehmen und arbeiten bereits seit Februar daran, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Der Einfall für den Pool kam ihnen „nach ein bis zwei Kaltgetränken“, sagt Lorenz Engelhardt. Gesagt, getan: Er und sein Bruder Gregor machten sich auf die Suche nach einem geeigneten Güllefass. „Geeignet heißt in unserem Fall, dass das Fass wenig Rost und Löcher haben sollte. Außerdem sollte es günstig sein und groß genug, damit zehn Leute darin sitzen können“, sagt er.

Als das Fass gefunden und gekauft war, fing die Arbeit aber erst richtig an: aufschneiden, sandstrahlen, Rost entfernen, Seiten nach außen biegen, Kantenschutz anbringen – und selbst das war noch nicht genug, immerhin sollte das Wasser warm sein. Also musste noch ein Ofen auf den Wagen. „Dabei half uns Wolfgang Weitbrecht. Er ist Schlosser und ein Nachbar“, sagt Lorenz Engelhardt. Geheizt wird mit Holz. Anschließend haben die jungen Männer Sitzbänke und eine Umwälzpumpe eingebaut und Luftröhren verlegt, die einen Whirlpool-Effekt erzeugen sollen. Zusätzlich wurde das Fahrgestell instand gesetzt. „Demnächst fangen wir an zu streichen“, sagt Lorenz Engelhardt. Auch der Steg für den Einstieg fehlt noch.

Mehr Arbeit als gedacht

„Wir haben seit Februar vier Tage die Woche ungefähr je vier Stunden am Pool gearbeitet und waren im Schnitt zu dritt“, erklärt Lorenz Engelhardt. Dabei konnte jeder seine Fähigkeiten einbringen: So ist Lukas Schneider beispielsweise Industriemechaniker, Lorenz Engelhardt Elektrotechniker und Felix Österlein Zerspanungsmechaniker. Gebaut wird der Pool in einem alten Stall, der zu einer Werkstatt umfunktioniert wurde. „Anfangs haben wir gedacht, wir sind nach zwei Monaten fertig.“ Rechnet man die Stunden zusammen, waren es bislang rund 1250 Arbeitsstunden.

Seinen ersten großen Auftritt hat der Anhänger, der von einem Traktor gezogen wird, am Volksfestumzug. Der wird heuer von den Landwirten gestaltet. Das Motto des Wagens: „Badetag früher – Badetag heute: Gülle statt Wellness“. Dass es bis zum Umzug mit dem Pool klappt, da sind sich die Tüftler sicher – „auch wenn das Volksfest immer näher rückt und das ein enges Ding wird“, so Lorenz Engelhardt. In sechs Wochen ist es soweit.

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