Hoch oben stehen am Dienstagabend Laster und Autos auf der Kochertalbrücke im Stau, darunter im Kulturhaus Geislingen geht es nicht minder eng zu: Rund 100 Interessierte sind gekommen, um sich über den Ausbau der Autobahn zu informieren. An diesem Abend geht es nur um den rund 10,7 Kilometer langen Abschnitt 4 zwischen den Anschlussstellen Kupferzell und Ilshofen/Wolpertshausen. Er durchquert das Gebiet von Kupferzell, Unter­münkheim, Braunsbach und Wolpertshausen. Vom Ausbau ausgenommen ist nur die etwa 1,1 Kilometer lange Kochertalbrücke. Sie wurde bereits saniert. „Wir sind jetzt kurz vor der Planfeststellung“, berichtet Jürgen Holzwarth, zuständiger Abteilungspräsident beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart.

Wie die Ausbau-Projektleiterin Jasmin Mussgnug erklärt, ist alles auf die Verkehrsprognose für das Jahr 2030 ausgelegt – besonders was den Lärmschutz angeht. Der Schwerlastverkehr werde bei über 30 Prozent liegen. Sämtliche Brücken – außer der bereits dafür sanierten Kochertalbrücke – müssten neu gebaut werden, um dem Gewicht standzuhalten. Die Fahrbahnbreite werde 36 Meter betragen, die Parkplätze an der Kochertalbrücke sikkeb jeweils um 50 Lkw-Stellplätze erweitert werden. Das Abwasser soll über Regenklär- und -überlaufbecken gebremst in Gewässer abgegeben werden. Besonders werde auf den Lärmschutz geachtet. „Es wird aber kein Flüsterasphalt eingebaut“, stellt Mussgnug klar. Wegen des hohen Schwerlastanteils müsste dieser alle fünf Jahre völlig erneuert werden. Aber bei jedem Stockwerk von Gebäuden nahe der Strecke sei berechnet worden, welcher Lärm dort durchschnittlich tagsüber und nachts zu erwarten sei. Dementsprechend stehen verschiedene Schutzmaßnahmen auf der Agenda (siehe Infokasten).

Auch in den Ausgleich, der laut Bundesnaturschutzgesetz notwendig wird, soll investiert werden. Die zuständige Landschaftsplanerin Jutta Bachmann nennt als Beispiele Maßnahmen zum Schutz von Haselmaus, Zauneidechse und Feldlerche.

Wichtig, gerade für Anlieger, ist der Zeitplan. Das Planfeststellungsverfahren wird um den Jahreswechsel eingeleitet. Die Pläne werden danach vier Wochen lang in den Rathäusern ausgelegt. Aber selbst nach dieser Frist gebe es noch weitere sechs Wochen Zeit, um schriftlich Einsprüche dagegen einzulegen.

Lärmschutzmaßnahmen im Abschnitt 4 innerhalb des Landkreises Hall


Brachbach: Lärmschutzwall zwischen 0,5 und 6 Meter Höhe mit einer Länge von 530 Metern.

Herdtlingshagen: Lärmschutzwall mit 6 Meter Höhe und einer Länge von 287 Metern.

Rückertsbronn: Ein Wall und eine Wall-Wand-Kombination mit einer Gesamtlänge von 851 Metern und eine Höhe zwischen 5 und 6 Metern.

Hergershof: Eine Kombination aus Schutzwall und Lärmschutzwand mit einer Höhe zwischen 3 und 6 Metern und einer Länge von 559 Metern.

Ingesamt werden in diesem Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Kupferzell und Ilshofen/Wolpertshausen knapp 2,6 Kilometer Lärmschutzwälle und -wände verbaut. Dafür werden Kosten in Höhe von 2,63 Millionen Euro erwartet. Rund 37 Hektar Land entlang der Fahrbahn müssen für den Lärmschutz erworben werden. fär

Info Mehr dazu im Internet unter www.kurzelinks.de/A6-4, Fragen beantwortet das RP unter a6team@rps.bwl.de.