Schwäbisch Hall Viel Licht am Horizont

Wolfgang Kirsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Bausparkasse, stellt fest: Der Jahresabschluss ist gebilligt. Foto: Heribert Lohr
Wolfgang Kirsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Bausparkasse, stellt fest: Der Jahresabschluss ist gebilligt. Foto: Heribert Lohr
JÜRGEN STEGMAIER 05.05.2012
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall will in den nächsten neun Jahren eine Million neue Kunden gewinnen. Dieses Ziel hat Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Metz bei der Hauptversammlung bekanntgegeben.

Knapp ein Dutzend schwarze Limousinen vor dem Haupteingang deuten auf bemerkenswerten Besuch bei Deutschlands größter Bausparkasse hin. Mit der Hauptversammlung schließt die Schwäbisch Hall-Gruppe ihr Geschäftsjahr 2011 ab.

Aus dieser Hauptversammlung geht der Vorstand der Haller Bausparkasse, mit Dr. Matthias Metz an der Spitze, stark hervor. Dem Unternehmen gelingt es im zurückliegenden Jahr, stärker als die direkte Konkurrenz zu wachsen. Das Bausparvolumen (Neugeschäft) wächst von 28,7 auf 31,7 Milliarden Euro, die Bausparsumme (Bestand) von 224,7 auf 236,9 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von nahezu 30 Prozent ist Schwäbisch Hall mit seinem Kerngeschäft Bausparen, Baufinanzierung und Vorsorge Marktführer. Die Bausparkasse wächst doppelt so stark wie die Mitbewerber.

Wolfgang Kirsch ist Vorstandsvorsitzender der DZ-Bank sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Bausparkasse. Der 57-Jährige stellt routiniert fest, dass mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young der Konzernabschluss Gültigkeit hat. Weder die Aktionäre der Bausparkasse (rund 400 Aktionäre repräsentieren 98,8 Prozent der Anteile) haben zum geprüften Konzernabschluss Klärungsbedarf, noch der Aufsichtsrat. Dieser hat den Jahresabschluss gebilligt.

Die Bausparkasse hatte in ihren Planungen damit gerechnet, dass das Ergebnis 2011 hinter dem des Vorjahres liegt - eine realistische Einschätzung. 2011 werden 300 Millionen Euro Gewinn verbucht, 2010 waren es 328 Millionen Euro. Dieser Ergebnisrückgang resultiere aus dem starken Neugeschäft, erklärt Dr. Matthias Metz. Dieses führe kurzfristig zu höheren Aufwendungen. So mussten 45 Millionen Euro mehr an Provisionen gezahlt werden. "Auf lange Sicht wird sich das in Form wachsender Erträge auszahlen", so der Bausparkassen-Chef. "Das Ergebnis von 300 Millionen Euro vor Steuern macht uns stolz", sagt der 59-Jährige.

Der Ausblick, den der Vorstandsvorsitzende gibt, dürfte die Aktionäre ruhig schlafen lassen. Seit 2007 beträgt das jährliche Wachstum 3,7 Prozent. Und nach den Darstellungen spricht viel dafür, dass das so bleibt. Vorstandsvorsitzender Metz ist sich sicher, dass das Vorsparen (ein Merkmal des Bausparens) eine Renaissance erleben wird. "Der Staat alimentiert nicht die Verschuldung, sondern das Ansparen. Dieser Ansatz stößt in ganz Europa auf großes Interesse." Bausparen sei ein Modell der Nachhaltigkeit, so Metz.

Dr. Matthias Metz spricht von der Strategie "Horizont 2020". Demnach will das Unternehmen die Zahl seiner Kunden von 10 auf 11 Millionen steigern. "Sie alle sollen in Schwäbisch Hall einen Partner finden, dem sie vertrauen, mit dem sie Heimat schaffen und diese dauerhaft erhalten können."