Untermünkheim Verkehrsrückgang zu spüren

In der Untermünkheimer Ortsdurchfahrt herrscht zum Zeitpunkt der Aufnahme am Montag gegen 14 Uhr reger Verkehr. Ohne die Westumgehung wäre der Verkehr wohl dichter, mutmaßen die Anwohner. Foto: Marc Weigert
In der Untermünkheimer Ortsdurchfahrt herrscht zum Zeitpunkt der Aufnahme am Montag gegen 14 Uhr reger Verkehr. Ohne die Westumgehung wäre der Verkehr wohl dichter, mutmaßen die Anwohner. Foto: Marc Weigert
Untermünkheim / ELVIRA PROBST-LIPSKI 06.03.2013
Hat sich die Verkehrsbelastung auf der Hohenloher Straße seit der Eröffnung der Westumgehung verringert? Wie haben sich die Umsätze in den Geschäften entwickelt? Eine Umfrage unter Untermünkheimern.

Den Bau der Haller Westumgehung haben die Untermünkheimer immer unterstützt. Sie haben sich davon eine Entlastung des Verkehrs versprochen. Wie sieht es jetzt, 19 Monate nach Eröffnung der Umgehung, aus? Diese Frage wurde in einer nicht repräsentativen Umfrage Untermünkheimer Bürgern, Geschäftsleuten und der Verwaltung im Rathaus gestellt. Die Antworten sind subjektiv, offensichtlich hat niemand konkrete Zahlen zur Hand.

Der Geschäftsstellenleiter der Metzgerei Wieland, Peter Schmierer, beobachtet, dass der Verkehr genauso stark sei wie vor der Eröffnung der Haller Westumgehung. Deshalb habe sein Geschäft auch keine Umsatzeinbußen. Er bemerkt aber auch, dass sich kaum ein Lastwagen an die nächtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt der Gemeinde halte.

Elisabeth Wolf vom gleichnamigen Café stellt fest, dass der örtliche Verkehr seit den Baustellen in Gelbingen und beim Diak-Kreisel stark zurückgegangen sei. Deshalb registriere sie auch einen spürbaren Umsatzrückgang. Wolf vermutet, dass viele Autofahrer erst durch die Umleitung auf die neue Straße im Westen aufmerksam geworden seien.

Pfarrer Stefan Engelhart, dessen Pfarrhaus etwas zurückgesetzt von der Bundesstraße 19 steht, sagt, dass es die großen Staus nicht mehr gebe. Außerdem sei die frühere "Lebensgefahr" beim Überqueren der Straße gebannt. Über nächtlichen Lärm durch Lastwagen könne er nichts sagen, weil im Pfarrhaus gute Fenster eingebaut seien, so die Auskunft des Geistlichen.

Erika Aller bemerkt eine Verbesserung. Nach wie vor führen jedoch viele Lkws durch den Ort. Auch sie hat schalldichte Fenster eingebaut. Die Ampel bei der Kreuzung B 19/Westumgehung beim Steigenhaus beeinflusse das Verkehrsaufkommen; Autos und Lastwagen würden schubweise ankommen. Deshalb hätte sie auf der Höhe einen Kreisel für sinnvoller gehalten.

Angelika Sturm, die auch direkt an der Straße wohnt, hat keine Verkehrsabnahme registriert. Sie bestätigt, dass man zwischenzeitlich unbeschadet zu Fuß über die Straße komme. Gelassen stellt sie fest, dass man mit dem Verkehr vor der Haustüre lebe, deshalb habe auch ihre Familie gute Fenster eingebaut. Sturm sieht jedoch mit Sorge der geplanten Sperrung der B 19 im Jahre 2014 entgegen, weil das für die Geschäfte an der Straße eine große Herausforderung bedeute.

Ingeborg Hille betreibt mit ihrer Familie eine Bäckerei mit Stehcafé an der Hohenloher Straße. Auch sie bestätigt, dass der Durchgangsverkehr abgenommen habe - in dessen Folge auch der Umsatz in der Bäckerei. Vor allem weil sie viel Laufkundschaft verloren habe.

Der Tankstellenbetreiber Josef Enderer bestätigt die Aussage, dass weniger Autos durch Untermünkheim fahren. Er meint, es seien auch weniger Lastwagen unterwegs. Enderer sagt zudem, dass die Verkehrssituation in Untermünkheim bekannt sei. Man müsse über den Tellerrand hinausgucken und die Entwicklung im Dorf im Auge behalten. Damit meint er auch die Sorge vor einer beabsichtigten Totalsperrung der B 19 wegen der Baustelle am Sperbersbach und der Erneuerung der Fahrbahn 2014.

Bürgermeister Christoph Maschke sieht es wie die meisten anderen Befragten. Auch er geht von einem Rückgang der Belastung aus: "Die 10 000 Fahrzeuge und mehr, die täglich über die Westumgehung fahren, würden ohne diese durch Untermünkheim fahren. Das muss man spüren. Früher gab es Rückstaus bis zum Lindenhof, das kommt nur noch ganz selten vor." Ob die nächtliche Begrenzung von 30 Stundenkilometern für Lkws eingehalten werde, kann auch er nicht belegen, da die Gemeinde keine Messungen vornehmen dürfe.

So ist als Resümee festzuhalten, dass die Untermünkheimer durch die Westumgehung wohl eine Entlastung vom Durchgangsverkehr haben. Allerdings mit Schattenseiten für die Geschäfte im Ort.