Kirchberg Verein sucht nach Ideen für eine bessere Welt

Fortschritt mal 17: Gerhard Kreutz mit einer Übersicht über die UN-Ziele.
Fortschritt mal 17: Gerhard Kreutz mit einer Übersicht über die UN-Ziele. © Foto: Sebastian Unbehauen
Kirchberg / Sebastian Unbehauen 09.06.2018

US-Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, Berichte über Plastik auf Äckern und in Meeren, sterbende Vögel und Insekten – man muss kein Pessimist sein, um derzeit die Stirn in Falten zu legen, wenn es um nachhaltige Entwicklung auf der Erde geht. Und dann ist da noch der 2. Mai: Das war der sogenannte Erschöpfungstag, das Datum also, bis zu dem Deutschland in diesem Jahr bereits so viele Ressourcen verbraucht hatte wie es im Sinne der Nachhaltigkeit eigentlich bis Ende 2018 hätte verbrauchen dürfen. „Ein erschütternder Tag“, sagt Gerhard Kreutz (64).

Der Kirchberger flüchtet sich freilich nicht in Weltschmerz, sondern möchte etwas tun – nicht erst jetzt, sondern schon seit 25 Jahren. So lange leitet er die Energieinitiative Kirchberg, die sich für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzt. Nun war er Initiator für die Gründung des Vereins „Nachhaltige Entwicklung SDGs“, wobei die Abkürzung für „Sustainable Development Goals“ – die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) – steht. 17 sind es an der Zahl, von der Armutsbekämpfung über hochwertige Bildung, saubere Energie, Geschlechtergleichheit, nachhaltigen Konsum und Klimaschutz bis hin zu Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Nachdem Kreutz eine Veranstaltung zu dieser sogenannten „Agenda 2030“ in Berlin besucht hatte, war er elektrisiert. Mithilfe des Vereins will er zunächst einmal bekannt machen, was auf globaler Ebene angestoßen wurde. „Diese Ziele haben durchaus verbindlichen Charakter“, sagt er.

Kreutz weiß, dass ein langer Weg vor der Menschheit liegt, aber er betont: „Es gibt begründeten Anlass zur Hoffnung. Wir haben doch eigentlich alle technischen Möglichkeiten, das Wissen und auch das Bewusstsein, mehr Nachhaltigkeit zu erreichen.“ Der Kirchberger Verein will auf regionaler Ebene seinen Teil zum globalen Ganzen beitragen. Kreutz gehört dem Vorstand an, Vorsitzende ist Heide Öchslen aus Schwäbisch Hall.

Am kommenden Samstag – also begleitend zum Kirchberger Büchermarkt – veranstalten die Aktiven um Kreutz einen Tag unter der Überschrift „Nachhaltig leben“ (zum Programm: siehe Info). Es handelt sich dabei um eine von 17 Aktionen verschiedener Veranstalter, die im Laufe des Jahres in ganz Baden-Württemberg stattfinden.

Darüber hinaus sind die momentan etwa 15 Aktiven des Kirchberger Vereins dabei, ein Pilotprojekt auf den Weg zu bringen: „School of Change“, also „Schule des Wandels“. Die Idee ist, junge Leute in die Region zu locken, die dann ein Jahr lang in Firmen, Behörden, Schulen oder sozialen Einrichtungen an Nachhaltigkeitsprojekten arbeiten – und immer wieder in Kirchberg zu Workshops zusammenkommen, um sich kennenzulernen, ihre Ideen zu vernetzen, zusätzliche Impulse zu bekommen. Es werden noch Einrichtungen gesucht, die sich beteiligen möchten. Landrat Gerhard Bauer habe seine Unterstützung ebenso zugesagt, sagt Kreutz, wie die Stadtwerke Hall.

„Wir möchten das Rad übrigens nicht neu erfinden“, sagt Kreutz noch. Es sei ihm sehr bewusst, dass in der Region „schon bewundernswerte Dinge laufen“ – auf dem Tempelhof etwa, beim Nabu oder im Wolpertshausener Energiezentrum. Es gehe ihm und seinen Mitstreitern eher darum, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen.

Ein Tag für sauberes Wasser

Die Veranstaltung „Nachhaltig leben“ am Samstag, 16. Juni, in Kirchberg dreht sich schwerpunktmäßig um das UN-Ziel „Sauberes Wasser“. Um 11 Uhr gibt es ein Wasser-Quiz auf dem Marktplatz, um 14 Uhr tauschen sich Jugendliche am selben Ort zum Thema aus, um 16.30 Uhr wird eine Ausstellung zum Nachhaltigkeitsziel Wasser im Innenhof des Schlosses eröffnet. Es folgt um 19 Uhr eine Abendveranstaltung im Rokokosaal. Dort sprechen Rudolf Bühler, Gundula Büker vom Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg und Hans-Josef Fell, einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Nähere Auskünfte zur Veranstaltung und zum Verein erteilt Gerhard Kreutz per E-Mail: kreutzgerhard@gmail.com.

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