Der Angeklagte beim Prozess zum Mühlenbrand in Lobenhausen ist am Donnerstagmorgen freigesprochen worden. Die Langenburger Amtsrichterin Dr. Scania Herberger folgte damit dem Plädoyer sowohl der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung. Mit der Verkündung dieses Urteils sind die strafrechtlichen Prozesse rund um den Mühlenbrand in Lobenhausen und das darauf folgende Fischsterben abgeschlossen.

Im Sitzungssaal des Amtsgerichts Langenburg wurde am Donnerstagvormittag der Angeklagte im Prozess zum Mühlenbrand von Lobenhausen freigesprochen. Von links nach rechts: Oberstaatsanwalt Peter Humburger, Amtsgerichtsdirektorin Dr. Scania Herberger, Verteidiger Prof. Dr. Marco Mansdörfer
Im Sitzungssaal des Amtsgerichts Langenburg wurde am Donnerstagvormittag der Angeklagte im Prozess zum Mühlenbrand von Lobenhausen freigesprochen. Von links nach rechts: Oberstaatsanwalt Peter Humburger, Amtsgerichtsdirektorin Dr. Scania Herberger, Verteidiger Prof. Dr. Marco Mansdörfer
© Foto: Jens Sitarek

Was während des Prozesses herauskam und warum die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädierte lest ihr in diesem Artikel:

Staatsanwaltschaft stellt Antrag auf Freispruch des Angeklagten

Auch die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch. Dafür zollte der Verteidiger Prof. Dr. Marco Mansdörfer ausdrücklich Respekt. Die Plädoyers waren etwa eine Stunde nach Prozessbeginn am Donnerstag abgeschlossen – gegen 10.30 Uhr. Um 11.10 Uhr verkündete Herberger das Urteil. Die Kosten für den Prozess trägt die Staatskasse.

Im Langenburger Amtsgericht fällt heute Richterin Scania Herberger das Urteil im Mühlenbrandprozess.
Im Langenburger Amtsgericht fällt heute Richterin Scania Herberger das Urteil im Mühlenbrandprozess.
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Ursprünglicher Vorwurf: Fahrlässige Brandstiftung

Der heute 25-jährige Angeklagte stand wegen fahrlässiger Brandstiftung vor dem Amtsgtericht in Langenburg. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen legte ihm ursprünglich zur Last, am 22. August 2015 auf dem Gelände der Mühle, wo er wohnte, Papier, Pappkartons und Holzreste verbrannt zu haben.

Durch Funkenflug sollen später eine Lagerhalle und vier Silos in Brand geraten sein. Dagegen hält ein Brandschutzingenieur, der am dritten Prozesstag aussagte, vier Brandursachen für möglich. Das ergab sich an den vorangegangen Prozesstagen.

Ein Gutachten, das die Anklage unterstützte, wurde wegen Befangenheit abgelehnt.

Fischsterben in der Jagst war Folge des Mühlenbrands

Die Feuerwehr löschte den Großbrand. In der Mühle waren Düngemittel gelagert. Diese wurden beim Löschen in die Jagst gespült. Dadurch wurde ein dramatisches Fischsterben ausgelöst. Die Tiere erstickten: Viele Kilometer flußabwärts band das Gemisch aus Ammoniumnitrat und Düngemitteln den Sauerstoff im Wasser.

Fischsterben in der Jagst

Bildergalerie Fischsterben in der Jagst

In den folgenden Tagen haben Angler, Maschinenring, THW und weitere Rettungskräfte versucht, das Unglück einzudämmen. Unter anderem karrten sie Wasser aus dem „Zwillingsfluss“ der Jagst, dem Kocher, herüber. Ebenso wurden die Dämme des Speicherbecken in Ellwangen-Buch geöffnet, um frisches Wasser in den Fluss einzuleiten.