Nicht nur Braunsbach, auch Langenburg ist wie weitere Gemeinden vom Unwetter am 29. Mai vergangenen Jahres in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schäden durch den Ziegelbach in Bächlingen gehen bekanntlich in die Hunderttausende. Noch immer haben die Kommunen mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen. Nicht völlig geklärt ist nicht zuletzt der Anteil der Kostenerstattung durch das Land beziehungsweise das Regierungspräsidium Stuttgart (RP).

Derweil ist aufgeräumt worden, haben die Kommunen Schutzmaßnahmen in Auftrag gegeben. Der Langenburger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Tiefbauarbeiten für den Ausbau des Ziegelbachs vergeben, den sich die Firma Awus-Bau GmbH & Co. KG aus Aalen zum günstigsten Brutto-Angebotspreis von 108 669 Euro gesichert hat. Auffällig: Während der zweitgünstigste Bieter nur unwesentlich über dem zum Zuge gekommenen Angebot lag, warteten die zwei weiteren Firmen mit einer überraschend höheren Kalkulation auf. Sie lagen mit ihren Kostenberechnungen um mindestens 70 Prozent darüber.

Weil das RP einige Maßnahmen vorerst zurückgestellt hatte, waren die Mittel aus Fachförderung und Ausgleichsstock zunächst zurückgehalten worden. Für den Ausbau des Ziegelbachs stehen deshalb nun 246 400 Euro zur Verfügung, was bei einem Fördersatz von 90 Prozent Gesamtausgaben von 269 325 Euro entspricht. Berücksichtigt wurden dabei auch die Sofortmaßnahmen am Ziegelbach, die rückwirkend gefördert werden.

Es waren also die nach den Sofort- und Sicherungsmaßnahmen noch ausstehenden Tiefbauarbeiten, die jetzt vergeben wurden. Fachingenieur Matthias Schelbert von der CDM Smith Consult GmbH in Crailsheim erläuterte während der Sitzung das weitere Vorgehen, das einerseits die Sohlpflasterung und den Wildbachausbau innerorts und die Erhöhung, Ausbesserung und Erneuerung der bestehenden Ufermauer andererseits betrifft. Außerdem werden die Abstürze der Sohlschwellen und die Brückenbögen bezuschusst. Herausgenommen aus der Förderung wurden lediglich die Geröllfänge.

Bei den Plänen, führte Schelbert aus, seien „Erfahrungen aus dem alpinen Bereich“ berücksichtigt worden. Der vergebene Auftrag liegt um 36 510 Euro unter dem Ansatz, was Bürgermeister Wolfgang Class ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen am Ziegelbach sind in der Ratsvorlage mit 693.515 Euro angegeben.