Große Freude haben Bürgermeister Wolfgang Class und Kämmerer Markus Zenkert beim Gemeinderat nicht gerade ausgelöst, als sie die Jahresrechnung für 2017 vorgestellt haben. Das Zahlenwerk weist einen Fehlbetrag von 611.000 Euro aus.

Ganz offensichtlich ist das Haushaltsjahr nicht so verlaufen wie erhofft. Erhofft hatten sich Verwaltung und Gemeinderat einen Überschuss von 41.000 Euro im Verwaltungshaushalt, mit dem die laufenden Ausgaben bestritten werden. Stattdessen schließt dieser Teil des Haushaltsplan mit einem Defizit von 211.000 Euro ab. Es wird aus dem Vermögenshaushalt gedeckt, der eigentlich für die Investitionen gedacht ist.

Bürgermeister Wolfgang Class verwies auf enorm hohe Aufwendungen für den Unterhalt von Gebäuden, Straßen und Wege, die 2017 angefallen seien und erinnerte zum Beispiel an die Sanierung der Friedhofsmauer in Nesselbach. Höhere Personalkosten sind unter anderem angefallen, weil zwei Stellen während einer Übergangszeit doppelt besetzt waren.

Fehlbetrag von 2014

Belastet wurde der Haushalt 2017 auch durch einen Fehlbetrag von 1,28 Millionen Euro aus dem Jahr 2014, der 2017 ausgeglichen werden musste, und durch Kreditermächtigungen in Höhe von 816.000 Euro aus den Jahren 2014 bis 2016, die nicht in Anspruch genommen wurden und sich jetzt buchungstechnisch wie Ausgaben auswirken.

Aus den Rücklagen hat die Stadt 2017 satte 489.000 Euro entnommen; sie sind damit auf 116.000 Euro abgeschmolzen. Während der städtische Sparstrumpf Ende 2017 also so gut wie leer war, sind die Schulden im Verlauf des Jahres um fast 870.000 Euro gestiegen. Sie betrugen Ende 2017 gut 2,6 Millionen Euro – 460.000 weniger als es im Haushaltsplan vorgesehen war. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug Ende 2017 1427 Euro, 453 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung einstimmig gebilligt.

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