Christine Reinhardt kann es schier nicht fassen: Schon wieder demolierte ein Sattelzug ihr Wohnhaus in Hengstfeld. Erst vor zwei Jahren erlebte die Dorfhelferin einen regelrechten Horror vor ihrer Haustüre, als binnen weniger Monate Dutzende von Lastern das Gebäude rammten und heftige Schäden hinterließen.

Der jüngste Fall spielte sich am Dienstag dieser Woche ab, als ein Bierlaster in einer scharfen Kurve der Bundesstraße 290 in Wallhausen rund 500 Bierkästen verlor, die die Ortsdurchfahrt stundenlang unpassierbar machten.

Flugs wurde eine Umleitung eingerichtet, die über Hengstfeld führte – und damit wieder an dem markanten blauen Haus vorbei, das direkt an der Einmündung der Hirtengasse in die Hauptstraße steht.

Ein Sattelzug-Fahrer meisterte die enge Kreuzung nicht – und blieb an der Dachrinne hängen, die erst kürzlich montiert worden war. Zudem verschob der Laster etliche Dachziegel. Der Fahrer des Sattelzuges kümmerte sich nicht um den Schaden und ging stiften. Ein aufmerksamer Autofahrer notierte aber das Kennzeichen und informierte die Polizei über die Unfallflucht.

Bierlaster verliert seine Ladung

Unfall Bierlaster verliert seine Ladung

2017 prallten noch mehr Lastwagen gegen das Haus

Nun dürften auf Christine Reinhardt eventuell erneut nervenaufreibende Korrespondenzen mit Versicherungen warten. So war es auch schon im Sommer 2017, als die Ortsdurchfahrt in Wallhausen ab August zur Sanierung der B 290 gesperrt war und der gesamte Verkehr auf der Bundesstraße über Hengstfeld umgeleitet wurde.

Die Blechlawine von der B 290, auf der pro Tag bis zu 10.000 Fahrzeuge unterwegs sind, schob sich auch an dem blauen Haus vorbei – mit schier unglaublichen Folgen: Seinerzeit krachten sage und schreibe rund 50 Fahrzeuge gegen das Haus von Christine Reinhardt und beschädigten das Mauerwerk massiv.

Nur in zwei Fällen konnten damals die Verursacher dingfest gemacht werden. Die Verhandlungen mit den Assekuranzen und ihren Gutachtern zogen sich monatelang hin – aus diesem Grund konnte Christine Reinhardt die Schäden am Hauseck noch nicht vollständig beheben lassen, solange die Haftungsfrage nicht eindeutig geklärt ist. Die neue Dachrinne war aber dringend nötig, weil sich Wasser in der Hauswand ausgebreitet hatte.

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