Umwelt Umweltstiftung würdigt ökologisches Projekt bei Sigisweiler mit einem Preis

Schrozberg / HARALD ZIGAN 19.02.2013
Ein ökologisches Paradies haben Catrin und Frieder Gröner in Sigisweiler bei Schrozberg geschaffen - was von der Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach mit einem Preis gewürdigt wurde.

Rings um das Dorf Sigisweiler herrscht das auf der Hohenloher Ebene übliche Bild einer ausgeräumten, auf Effizienz und Ertrag ausgerichteten Agrarlandschaft - mit einer Ausnahme, die selbst im Winter sofort ins Auge sticht: Rund 300 Meter vom Dorf entfernt lenken Bäume und Hecken den eintönigen Blick zum Horizont angenehm ab.

Auf rund 17.000 Quadratmetern haben Catrin und Frieder Gröner vor sieben Jahren einen konventionell bewirtschafteten Acker nicht nur in Grünland, sondern in eine ökologische Oase verwandelt. Der 48 Jahre alte Zimmermeister und die 35-jährige Informatikerin legten das Biotop Stück um Stück an: Basis ihrer mühevollen Arbeit in der Freizeit war eine schon im Jahr 1991 gepflanzte Streuobstwiese, die 2008 mit über einem Dutzend Linden, Erlen, Saalweiden nebst einer Wildsträucherhecke umrahmt wurde.

Im Frühjahr 2011 folgten 14 Hochstamm-Obstbäume und im März 2012 wurde der Grundstock für eine Farbenpracht gelegt, die nicht nur Insekten aller Art erfreut: Auf rund 10.000 Quadratmetern wachsen auf dem Grundstück künftig Wildblumen heran. Mitglieder der NABU-Ortsgruppe aus Rot am See beteiligten sich zudem tatkräftig daran, das Ufer eines bis dahin öden Bachs mit 24 Pappeln und Trauerweiden aufzuwerten.

Auf der Agenda des Ehepaares Gröner stehen noch weitere Grün-Projekte: Eine weitere Hecke, ein Froschteich und eine zweite Streuobstwiese sollen das vielfältige Ökosystem abrunden. Auf diese engagierte Arbeit für Fauna und Flora wurde auch die Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach aufmerksam, die im Jahr 1995 aus dem Protest gegen eine geplante Sondermüll-Verbrennungsanlage hervorging: Das Ehepaar Gröner und ihr "grünes" Projekt wurden mit einem Preis ausgezeichnet.

Als Bauernsohn, dessen Familie schon in der vierten Generation in Sigisweiler ansässig ist kennt Frieder Gröner durchaus den wirtschaftlichen Druck, der auf den Landwirten lastet und ihre Produktionsmethoden bestimmt: "Da will ich gar nicht den moralischen Öko-Zeigefinger erheben". Er möchte vielmehr dazu anregen, nicht auch noch den letzten Quadratmeter Fläche landwirtschaftlich zu nutzen: "Wir nehmen viel aus der Natur heraus, da sollten wir auch etwas zurückgeben", sagt Frieder Gröner.

Sein persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen Ökologie hatte er übrigens schon als Schulbub: "Damals wurde die Landschaft bei der Flurbereinigung total ausgeräumt, da blieb keine Hecke und kein Strauch mehr übrig - das habe ich bis heute nicht vergessen".