Untermünkheim Übrigshausen in Buchform

Mit 160 Menschen ist der Vortragssaal des Bauernverbandes in Übrigshausen voll besetzt. Sie alle interessieren sich für die Geschichte des Ortes. Foto: Corinna Janßen
Mit 160 Menschen ist der Vortragssaal des Bauernverbandes in Übrigshausen voll besetzt. Sie alle interessieren sich für die Geschichte des Ortes. Foto: Corinna Janßen
Untermünkheim / CORINNA JANSSEN 03.03.2014
160 Bürger kommen vergangenen Freitag, um an der Buchvorstellung der Ortsgeschichte Übrigshausen teilzunehmen. Frieder Krumrein war Drahtzieher.

Es ist ein stattliches Werk mit 462 Seiten, das im Vortragssaal des Bauernverbandes in Übrigshausen fein säuberlich gestapelt auf Leser wartet. Der Buchtitel: "Die Geschichte der früheren Gemeinde Übrigshausen mit Steigenhaus, Kupfer, Brachbach und Leipoldsweiler." Alle Plätze sind besetzt, als Helmut Bleher, Geschäftsführer des Bauernverbandes, die Gäste begrüßt. "Wo könnte man ein Buch besser vorstellen, als in einem Haus, das den Bauern gehört?", fragt er in die Runde.

Die Mitglieder des Arbeitskreises erzählen von ihrer aufwändigen Recherchearbeit. Bauakten wurden gesichtet, Archive besucht, Besitzstandskarten geprüft, alte Zeitungsartikel gelesen. Besonders interessant seien die Besuche von Zeitzeugen gewesen, die noch viel zu berichten wussten. Frieder Krumrein hat das Werk koordiniert. "Heute halten wir die 27. Sitzung ab", sagt er. Es werde die letzte sein.

"Ackern war mühsam früher - für uns auch", betont Krumrein. "Wenn man im Frühjahr keine Kartoffeln legt, kann man im Herbst auch keine ernten." Die Zuhörer sind sich des Vergleiches durchaus bewusst. Sie haben wahrlich geackert, die Mitglieder des Arbeitskreises. In zehn Kapiteln ist ein Buch entstanden, das verschiedene Facetten früherer Zeiten aufzeigt.

Hofgeschichten sind ebenso zu finden wie das harte Leben der Bauern und die Neuzeit. Krumrein und Dr. Eberhard Rau erzählen von den Inhalten, um immer dann, wenn es richtig spannend wird, mit den Worten zu enden: "Wenn Sie wissen wollen, wie die Geschichte ausgeht, kaufen Sie das Buch." Jonas Martin, einer der drei Jugendlichen, die am Projekt beteiligt waren, bringt mit seinen lockeren Erzählungen den Saal zum Schmunzeln, etwa dann, wenn er dem Mercedes seiner Großeltern dankt, der gute Dienste geleistet hat.

Am Ende sind die Besucher begeistert. Karl und Monika Brönner aus Kupfer halten eines der ersten Bücher in der Hand. "Jetzt sind wir gespannt, was es hergibt", so Monika Brönner. "Durch meinen Opa kenne ich viele Geschichten. Mal sehen, was es im Buch noch zu entdecken gibt", freut sich Carolin Stark. Sie ist in Kupfer aufgewachsen.

Hans Brehm aus Übrigshausen hat dem Arbeitskreis Bilder zur Verfügung gestellt und von früher erzählt. Noch weiß er nicht, was im Buch verwendet wurde. "Mein Vater hat in der Ziegelei als Maschinist gearbeitet und mich mal mitgenommen. Das Zischen der Dampfmaschinen werde ich nicht vergessen", erzählt der Rentner. Seine Frau Helga hat derweil im Buch geblättert und ruft erfreut: "Da ist unser Haus."

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