Abgeordnet, angefragt Willkommenskultur für Kinder

Ein Politiker beantwortet die Frage der Woche. Heute: Anton Baron (AfD). Er sitzt seit 2016 für den Wahlkreis Hohenlohe im Landtag.
Ein Politiker beantwortet die Frage der Woche. Heute: Anton Baron (AfD). Er sitzt seit 2016 für den Wahlkreis Hohenlohe im Landtag. © Foto: Partei
Hohenlohe / HT 02.10.2018
Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter für den Kreis Hohenlohe, äußert sich zum Thema Abtreibung.

HT: In Berlin haben 5000 Menschen, darunter auch AfD-Vertreter, gegen Abtreibung demonstriert. Wie ist Ihre Haltung zum Thema?

Anton Baron: Leider muss ich die Frage etwas korrigieren: Die von Ihnen genannten 5000 Menschen sind bei dem „Marsch für das Leben“ nicht gegen, sondern für etwas auf die Straße gegangen.

Es ging ihnen um das Recht auf Leben, das selbstverständlich auch für ungeborene Kinder gelten muss. Es ist eine völlig willkürliche Festlegung, dass ein Fötus nach drei Monaten urplötzlich nicht mehr abgetrieben werden darf, es vor diesem Zeitpunkt jedoch keinerlei Einschränkungen gibt.

Ich bin, wie die meisten meiner Parteifreunde, hier in der Tat der Ansicht, dass Abtreibungen mit rein sozialer Indikation in einem reichen Land wie dem unsrigen keine Selbstverständlichkeit, sondern eine überaus traurige Tatsache sind.

Die Zahl lag im Jahr 2017 übrigens bei deutschlandweit unvorstellbaren 97.000. Dies darf nicht einfach so hingenommen werden, sondern muss ein Signal für eine sozialere Familienpolitik sein, also für eine Willkommenskultur für Kinder in allen Schichten, wie sie die AfD schon lange fordert.

 Wenn der Kinderwunsch den Betroffenen dennoch nicht realisierbar erscheint, muss es eine bessere Aufklärung über Adoptionsmöglichkeiten und Babyklappen geben. Dass das Land Baden-Württemberg im vergangenen Jahr stattdessen 3,8 Millionen Euro zur Finanzierung prinzipiell rechtswidriger Abtreibungen ausgegeben hat, ist an Zynismus schwer zu überbieten.

Am stärksten von der Thematik betroffen sind natürlich Frauen und Ärzte, und von dort gibt es auch die meiste Kritik an den Zuständen. Zahlreiche Mediziner sehen einen immensen Widerspruch zwischen sozial indizierten Abtreibungen und dem hippokratischen Eid. Nicht umsonst nehmen nur noch wenige überhaupt Abtreibungen vor. Die stärkste Kritik werden Sie jedoch auch innerhalb unserer Partei bei Frauen finden.

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