Kirchberg Über Grenzen

Kirchberg / RALF SNURAWA 07.06.2013
Die Landesgrenze nach Bayern überschreitet eine 18-köpfige Künstlergruppe aus dem Kirchberger Schloss am Sonntag bei der Vernissage ihrer Ausstellung in einer Feuchtwanger Kanzlei.

"Grenzüberschreitung" nennen die Künstler ihr Projekt - und meinen damit sicherlich nicht nur das Überschreiten der Landesgrenze. Markus Weidhaußer, der die Steuerkanzlei zusammen mit Dr. Gies betreibt, will mit der Ausstellung im ehemaligen Landratsamt, einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, den künstlerischen Bereich fördern.

Man habe hohe weiße Wände und damit ideale Voraussetzungen, um Bilder zur Wirkung zu bringen. Aufgehängt sind die Kunstwerke im Treppenhaus und in fast allen Büroräumen im Haus. Und was es von den Künstlern zu sehen gibt, die im Kirchberger Schloss ihre Ateliers haben, aber etwa in Crailsheim oder Schwäbisch Hall leben, scheint Markus Weidhaußer so sehr zu gefallen, dass er schon vor der Eröffnung von Wiederholungen spricht.

Ulrike Wilkens-Eppinger zeigt etwa Kuh-Bilder, bei denen irgendwie der gesamte Kosmos mitzuschwingen scheint. Wildis Streng stellt Amazonen und andere Frauen in den Mittelpunkt ihrer farblich herausstechenden Bilder. Barbara Hohl versucht nicht minder knallig mit Alltagsgegenständen wie Putzgeräten und -mitteln das Stillleben neu zu definieren.

Martin Gärtner nähert sich Frauen auf eine mehr verehrende Weise: sei es der torsoartige Akt oder die Darstellung im Pop-Stil. Susanne Neuner wiederum setzt sich - wie auch Sonja Streng - mit sich selbst auseinander: "Ich bin kein Sternenkind" heißt etwa eine Bilderreihe. "Ich glaube, dass Fernweh Heimweh ist" zeigt eine andere, aber auch innere Thematik enthaltende Reihe. Dieter Rehberger inszeniert natürlich die Artischocke, selbst wenn sich in einer von drei Holzskulpturen beim Entfernen der Blätter ein Mensch herausschält, und die Menschen in der Masse.

Viele Künstler drücken sich lieber abstrakter aus. So inszeniert Henrik Dellbrügge großflächig Mischfarben, Barbara Solzin kraftvolles Rot und Blau, während Barbara Rehberger in verschiedensten Farben Kugeln beleuchtet.

Weitere Werke stammen von Lutz Eppinger, Peter Foydl, Günter Michael Glass, Inés Hohlmeyer, Vrans Lun, Gerhard und Wilma Reiß sowie Axel Wiczor.

Info Die Vernissage beginnt am Sonntag, 9. Juni, um 17 Uhr und wird musikalisch von Albrecht Lüder (Akkordeon), Armin Rager (Klarinette) und Andras Kehler (Kontrabass) umrahmt. Die Ausstellung im Haus in der Hindenburgstraße 13/15 in Feuchtwangen ist bis zum 9. August zu den Bürozeiten der Steuerkanzlei zu sehen.