Kreis Hall Über 500 Verstöße und Verdachtsfälle

Kreis Hall / pm 11.07.2018
Das Umweltzentrum des Kreises Hall schlägt Alarm: Viele Seitenbäche der Jagst zwischen Crailsheim und Langenburg seien in unbefriedigendem Zustand.

Wie das kreisweite Umweltzentrum mitteilt, schadet der Zustand einer Vielzahl von Bächen, die zwischen Crailsheim und Langenburg der Jagst zufließen, der Gesundung der Jagst - welche sich immer noch von der Löschwasserkatastrophe vor drei Jahren erholen muss. Dieses Fazit zieht der Naturschutzverein, nachdem er diese monatelang auf über 130 Kilometern Gewässerstrecke untersucht hat. Die auf Gewässerbiologie spezialisierte Umweltwissenschaftlerin Sabine Hirsch, die beim Umweltzentrum eine Bundesfreiwilligenstelle besetzt, lief dabei nahezu alle Jagstseitenbäche zwischen Jagstheim und der Kreisgrenze zum Hohenlohekreis zu Fuß ab.

Über 500 Verstöße oder Verdachtsfälle gegen geltende Bestimmungen seien in dieser Zeit laut Pressemitteilung festgestellt worden, elf besonders kritische Fälle meldete Hirsch direkt der Gewerbe- und Umweltpolizei. Zu den Verstößen zählen unter anderem die direkte Einleitung von häuslichem Abwasser, Abwasser aus Viehställen und Silolagerstätten sowie Gipsbrühe aus einem Steinbruch. Auch Treibgut aus technisch veralteten Regenüberlaufbecken, direkte Einleitungen von Straßenentwässerungen sowie Gewässerschäden durch Kleingärten wurden demnach festgestellt.

Die Summe der Belastungsfälle sorge - so die Mitteilung des Umweltzentrums - dafür, „dass den Bächen die nötige Artenvielfalt zur Selbstreinigungskraft“ fehle. In der Jagst komme dann häufig nicht solch sauberes Wasser an, wie es dringend notwendig wäre. Manfred Mächnich, Vorsitzender des Umweltzentrums, warf den für die Bäche verantwortlichen Kommunen vor, sich nicht ausreichend um die Missstände zu kümmern und nahm auch das Landratsamt in die Pflicht, in seiner kommunalen Aufsichtsfunktion die Einhaltung der Bestimmungen durchzusetzen. Zudem schlug er vor, schon in Kindergärten und Schulen den richtigen Umgang mit Gewässern zu lehren.

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Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag im Hohenloher Tagblatt.

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