Auf 120 Mitglieder ist die Tennisabteilung des TSV Obersontheim angewachsen, auch als Folge von Corona. „Bei den Kindern und Jugendlichen gibt es schon eine Warteliste. Allein schaffe ich das nicht mehr und habe deshalb Theresa Kucera als Co-Trainerin mit reingenommen“, berichtet Hartmut Schneider, der zurzeit sieben Kinder- und Jugendmannschaften im Bühlertal trainiert. Auch Spielgemeinschaften des TSV mit jungen Tennisspielern aus Bühlertann, Bühlerzell, Vellberg und Sulzdorf hat er unter seine Fittiche genommen.

„Halle ein Riesengewinn“

Auch die Schüler seiner Tennisschule spielen auf den TSV-Plätzen. „Das sind noch mal 120 Erwachsene und Jugendliche, von denen etwa die Hälfte ständig trainiert“, erklärt Schneider. Sie würden gern auch über den Winter ihrem Sport treu bleiben und müssten dann aber nach Hall, Gaildorf oder Crailsheim fahren. „Eine Tennishalle in Obersontheim wäre da ein Riesengewinn. Die TSV-Mitglieder hätten Vorrang und eine Preisvergünstigung“, schwebt Schneider vor.
Er selber hat in München als Trainer einer großen Tennisanlage oft in einer Traglufthalle gespielt und hatte deshalb die Idee, so etwas auch über den Winter in Obersontheim zu errichten. Beim TSV kam der Vorschlag gut an. Der Verein stellt dafür zwei seiner drei Plätze zur Verfügung. „Finanzieren kann er die Halle nicht. Aber es haben sich schnell zwei langjährige TSV-Mitglieder und Tennisspieler gefunden, die ihr Kapital einbringen“, erläutert der aus Obersontheim stammende Sportler. Langfristig sei vorgesehen, dass der TSV die Halle übernimmt. Planung und Aufbau kosten circa 150.000 Euro.

Schneller Aufbau

Wenn rund um die beiden Tennisplätze Bodenanker gesetzt sind, ist die Halle recht schnell aufgebaut. „Zehn bis zwölf Helfer schaffen das an einem Tag“, meint Schneider. Die Heringe halten ein Stahlseilnetz, das über eine dreilagige Plane gespannt wird, die aufgeblasen die Halle bildet. „In der Halle ist immer ein leichter Überdruck. Das Aggregat, das die Luft einströmen lässt, läuft aber nur drei-, viermal am Tag für etwa zwei bis drei Minuten“, schildert der Trainer.

Frankenhardt

Das dürfte die Gemeinderäte beruhigen, denen Bürgermeister Siegfried Trittner das Projekt als Bauvoranfrage in der Julisitzung vorstellte. Sie befürchteten eine stetige Lärmbelastung. „Der Hersteller sichert zu, dass das Aggregat nicht lauter als 34 Dezibel ist. Auch wenn aus dem Blockheizkraftwerk der Schubarthalle noch zusätzlich warme Luft einströmt“, so Schneider. Wenn die Winter weiterhin so mild seien, bräuchte man nicht viel zu heizen. „15, 16 Grad sind angenehm zum Spielen“, meint er.
Von den Nachbarn, die rund 150 Meter entfernt wohnen, erwartet er keinen Einspruch. „Das ist weit genug weg, außerdem schirmen hohe Bäume Geräusche und die Sicht auf die Halle ab“, sagt er. Mit 9,20 Metern ist die Tennishalle 80 Zentimeter niedriger als die Schubarthalle. „Die Plätze in der Halle haben Turniergröße“, versichert Schneider. Am Eingang zur Anlage soll ein Sanitärhäuschen mit Duschen und Umkleiden aufgestellt werden. Noch diese Woche soll der Bauantrag im Landratsamt eingehen, damit zum 1. Oktober die Tenniswintersaison in der Halle beginnen kann.