Fichtenau Trampen im Sitzen

Einmal nach Gründelhardt, bitte: Diese Mitfahrbank steht in Crailsheim an der Gaildorfer Straße gleich neben einer Bushaltestelle. Der gewünschte Zielort lässt sich mit einer Dreh- und Kettenvorrichtung einstellen.
Einmal nach Gründelhardt, bitte: Diese Mitfahrbank steht in Crailsheim an der Gaildorfer Straße gleich neben einer Bushaltestelle. Der gewünschte Zielort lässt sich mit einer Dreh- und Kettenvorrichtung einstellen. © Foto: Jens Sitarek
Fichtenau / Jens Sitarek 05.09.2018
Die Gemeinde Fichtenau und die Stadt Dinkelsbühl stellen rote Mitfahrbänke auf. Rot, damit man sie gut sieht. Eine gute Sache, findet die Bürgermeisterin – und eine länderübergreifende noch dazu.

Crailsheim hat welche, Frankenhardt hat welche, Stimpfach hat welche – und demnächst gibt es Mitfahrbänke auch in Fichtenau und Dinkelsbühl. Als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr. Die Bänke sind rot, damit man sie gut sieht.

Wer darauf sitzt, signalisiert Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte. So entstehen spontane Fahrgemeinschaften. Trampen im Sitzen, wenn man so will. Gedacht ist das Angebot für diejenigen, die auch ohne Auto mobil sein wollen oder müssen. „Ich finde es eine gute Sache“, sagt Fichtenaus Bürgermeisterin Anja Wagemann. Der Gemeinderat zog in der August-Sitzung einstimmig mit. Im konkreten Fall funktioniert die Sache sogar länderübergreifend.

Ende Juli gab die Stadt Dinkelsbühl bei einer Besprechung im Rathaus, um im Bild zu bleiben, die Richtung vor. In einem ersten Schritt sollten drei Verbindungen geschaffen werden: von Dinkelsbühl nach Sinbronn, Mönchsroth und Fichtenau. Insgesamt waren dafür 13 rote Bänke vorgesehen, sechs davon, um Dinkelsbühl mit Fichtenau zu kombinieren. Kosten pro Stück: zwischen 1100 und 1800 Euro.

Größeres Mitfahrpotenzial

Nach dieser Besprechung schlug die Gemeinde Fichtenau vor, auch die Linie Matzenbach – Unterdeufstetten – Buckenweiler – Dinkelsbühl mit Bänken auszustatten, „da hier ein größeres Mitfahrpotenzial zu erwarten ist“. So steht es in der Vorlage zur Gemeinderatssitzung. Aus diesem Grund werden nun mehr Bänke als geplant benötigt: zehn statt sechs.

„Je mehr Bänke bestellt werden, desto weniger kostet eine Bank“, sagt Wagemann. Die Stadt Dinkelsbühl stellt die Pfosten und die Schilder zur Verfügung und falls notwendig auch die Dreh- und Kettenvorrichtung, um den gewünschten Zielort einzustellen. Die Gemeinde Fichtenau beteiligt sich mit 5500 Euro an dem Projekt, finanziert eine Bank in Wildenstein (die beim Penny-Markt) und eine Bank in Matzenbach (die zum Penny-Markt) komplett alleine. Die Verwaltung will noch abklären, ob sich die Firma beteiligt. Grundsätzlich gelte für jede Bank: „Wir wollen versuchen, Spendengelder zu erhalten.“

Standorte noch nicht ganz fix

Die Standorte der Bänke (siehe Infokasten) stünden allerdings noch nicht hundertprozentig fest, heißt es weiter. Dies habe damit zu tun, dass teilweise privater Grund tangiert sei. Die spannendere Frage ist allerdings die, ob die zehn Bänke angenommen werden, egal wo sie stehen.

Die geplanten Standorte der Mitfahrbänke, die Fichtenau betreffen

Buckenweiler: Ortsmitte, Glascontainer (nach Dinkelsbühl und Wildenstein); Kreisstraße, Grünstreifen (nach Matzenbach); Kreisstraße, Bushaltestelle (nach Dinkelsbühl)

Dinkelsbühl: Ellwanger Straße/Alter Postweg (nach Fichtenau)


Lautenbach:
Buckenweiler Straße, Storchenweiher (nach Dinkelsbühl und Wildenstein)


Matzenbach:
Wildensteiner Straße, Post (nach Dinkelsbühl); Wildensteiner Straße, Bushaltestelle (nach Wildenstein)


Unterdeufstetten: Dinkelsbühler Straße (nach Dinkelsbühl und Matzenbach); Alte Poststraße (nach Wildenstein)


Wildenstein: Sparkasse (nach Dinkelsbühl); Penny (nach Unterdeufstetten, Matzenbach, Lautenbach)

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