Schrozberg Training mit Schaum macht viel Spaß

Der Nachwuchs der Feuerwehr im Einsatz.
Der Nachwuchs der Feuerwehr im Einsatz. © Foto: Foto: Guido Seyerle
Schrozberg / Guido Seyerle 17.05.2018
Der Nachwuchs der Schrozberger Wehr hat bei einer Übung auf dem Feuerwehrfest eine Person aus einem Fahrzeug gerettet.

Es ist eine clevere Idee, die Übung der Kinder- und Jugendfeuerwehr um die Mittagszeit anzusetzen. Das zieht die Eltern und die Großeltern an, um zu beobachten, wie der Nachwuchs mit Schläuchen und Rettungsgeräten umgeht. Am Sonntag drängten sich dementsprechend 70 Leute neben der Hocketse der Schrozberger Feuerwehr. Da war es auch egal, dass die Besonderheit der Speisekarte – Siedfleisch mit Meerrettich – bereits ausverkauft war.

Das laute Martinshorn der beiden Feuerwehrfahrzeuge lenkte die Blicke auf die Aktivitäten des Nachwuchses. In Schrozberg dürfen bereits die Sechsjährigen zur Kinder-Feuerwehr, ab dem Alter von zehn Jahren geht es weiter mit der Jugend-Feuerwehr (bis 17). Bei der Übung agierten die 16 Buben und ein Mädchen Hand in Hand.

Einer davon war Timon Zobel aus Großbärenweiler: „Ich mag es, dass wir oft Übungen machen. Und auch das Feuerlösch-Training mit ganz viel Schaum war toll.“ Seit einem Jahr trainiert der Elfjährige zweimal im Monat mit seinen Kumpels, unter anderem die am Sonntag gezeigte Personenrettung, die Höhenrettung von einem Gerüst und einen Kleinbrand. Wobei es dabei am Sonntag ein kleines Problem gab: Die Wanne mit dem aufgeschichteten Brennholz wollte nicht weithin sichtbar lodern. Thomas Baumann von der Erwachsenenwehr, der auch für die Pressearbeit der Feuerwehr im Landkreis zuständig ist, kommentierte dies mit einem Lächeln: „Das ist hier immer so, das brennt nie richtig.“ Und schon fotografierte er, wie sich die Nachwuchskräfte ins Zeug legten.

Das erwähnte auch Dennis Jackelsberger lobend. Der 22-Jährige wirkt seit eineinhalb Jahren als Jugendwart: „Wir sind froh, dass wir von den aktiven Mitgliedern so viel Unterstützung bekommen. Das ist für die Arbeit der Jugendfeuerwehr auch notwendig.“ Und Jackelsberger hatte einen zusätzlichen Grund, sich über die Sonntagsaktivitäten zu freuen: „Es waren zwei Neue dabei.“ Damit steigt die Mitgliederzahl des Nachwuchses auf 21, darunter drei Mädchen.

Gleichzeitig gab es auch einen Wermutstropfen. Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 hat wahrscheinlich nach über 30 Jahren am Sonntag seine letzte Dienstfahrt absolviert. Bis zu neun Personen konnten damit transportiert werden, in zahllosen Einsätzen leistete es treue Dienste. Der Nachfolger wartet schon im Hintergrund und trägt das Kürzel GW-T. Beim Gerätewagen-Transporter handelt es sich um einen Lkw mit Pritsche, mit dem zwar nur drei Personen, dafür aber auch auf den jeweiligen Einsatz abgestimmte Rollcontainer transportiert werden können. Damit reagiert die Wehr auf eine bundesweite Entwicklung: Die Verfügbarkeit von Feuerwehrleuten, die tagsüber vor Ort sind, nimmt beständig ab.

Am Sonntag stand freilich auch der Spaß im Vordergrund. Beim Feuerwehrfußball musste mit Hilfe von Wasser aus den Schläuchen der Ball in eishockeygroße Tore befördert werden. Das sorgte bei sommerlichem Wetter für ziemlich nasse junge Feuerwehrleute – und für zusätzlichen Löschdurst auf der Hocketse.

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Aktive gehören zur Schrozberger Wehr. Als Besonderheit wird es in diesem Jahr einen Berufsfeuertag – einen 24-Stunden-Einsatztag – gemeinsam mit der Blaufeldener Feuerwehr geben. Dabei kommt es zu verschiedenen simulierten Einsätzen, auch zu Fehlalarmen.

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