Blaufelden Tradition und Moderne bei den landwirtschaftlichen Markttagen nahe beieinander

Blaufelden / ERWIN ZOLL 15.02.2014
169.000 Euro kostet die teuerste Maschine, die bei den landwirtschaftlichen Markttagen zu haben ist: ein Mähdrescher vom Typ Claas Lexion 620, Baujahr 2013, mit gerade einmal 120 Betriebsstunden.

Wer das nötige Kleingeld für einen Mähdrescher dieser Preisklasse gerade nicht bei sich hat, geht beim Gebrauchtmaschinenmarkt des Maschinen- und Betriebshilfsrings Blaufelden (MBR) keineswegs leer aus. Schon für 190 Euro gibt es ein Paar Gitterräder samt Gewindespindel. Oder wie wäre es mit einer Ferkelwaage für 420 Euro, einer Rundballenpresse für 4400 Euro, einer Großfederzahnegge für 10 993 Euro oder einem Futtermischwagen für 22.500 Euro? Rund 45 Anbieter, gewerbliche Händler und Privatleute sorgen in der Markthalle und auf dem Freigelände für ein breites Angebot an Maschinen und Geräten.

Die Fachausstellung in der Mehrzweckhalle ist dem Thema Gesundheit gewidmet. Allerdings räumt MBR-Geschäftsführer Lothar Mühlenstedt ein, dass es nicht gelungen ist, eine größere Anzahl von Ausstellern aus dem Gesundheitswesen zu gewinnen.

So dreht sich bei den Markttagen alles um die Arbeit auf dem Hof, und dabei treffen Tradition und Moderne aufeinander. So bietet im Foyer der Rechenmacher Waldemar Korn aus Creglingen seine Ware an, während wenige Schritte weiter die Firma Geo Data zeigt, wie mit neuester Satellitentechnik die Fluren vermessen werden. Arbeitskleidung und Äpfel vom Erzeuger werden fast in Sichtweite einer ganz aktuellen Dienstleistung angeboten: Martin Hassel aus Lendsiedel stellt seine Grabenfräse vor. Mit diesem Gerät lassen sich 35 Zentimeter breite Gräben bis zu einer Tiefe von 1,30 Metern ziehen, in die Wärmeleitungen, DSL-Kabel, Abwasserdruckleitungen oder vor allem Stromkabel gelegt werden können. 500 Meter schafft die Fräse in der Stunde. Mit der Maschine bedient Hassel einen angesichts der Energiewende wachsenden Markt.

Der MBR hält am Standort Blaufelden für seine Markttage fest und schließt einen Wechsel nach Ilshofen zur Landmesse aus. "Wir haben in Blaufelden ideale Ausstellungsbedingungen", sagt Lothar Mühlenstedt, "unser Markt ist kleiner, aber auch persönlicher und übersichtlicher." So lange die Landmaschinenhändler die Veranstaltung in Blaufelden beschicken wollten, so lange werde der Maschinenring den Markt dort ausrichten.

Besonders gefragt sind gebrauchte Maschinen und Geräte aus Blaufelden übrigens bei Käufern aus Polen und Rumänien, die hier zu den treuen Kunden zählen, wie Lothar Mühlenstedt weiß.