Schrozberg Thema "Mission" in diesen Tagen logisch

Pfarrer Ravinder Salooja referierte über Mission in Indien.
Pfarrer Ravinder Salooja referierte über Mission in Indien. © Foto: Ute Schäfer
UTE SCHÄFER 27.06.2014
"Indien" war das Thema eines Vortrags von Ravinder Salooja beim Seniorenkreis Schrozberg. Dass im Vorfeld des Landesmissionsfests dabei auch über das Thema "Mission" diskutiert wurde, versteht sich von selbst.

Die Mutter Deutsche und Christin, der Vater Inder und Sikh. "Ich habe schon früh erfahren, dass man ganz unterschiedlich authentisch religiös sein kann", sagt Pfarrer Ravinder Salooja, geboren in Braunschweig und heute Referent beim DIMÖ, dem Dienst für Mission und Ökumene der württembergischen Landeskirche. "Meine Aufgabe ist es, internationale Themen in die Gemeinden zu bringen", sagt er.

Beim Seniorenkreis Schrozberg hat er das mit einem Vortrag über Indien getan. "Indien ist ein vielfältiges Land, in dem die Religionen friedlich nebeneinander leben", erklärt er und zeigt ein Bild, auf dem ein muslimisches Paar an einem Fluss heiratet, in dem sich gerade ein Hindu rituell reinigt. "Gott lebt durch seinen Geist überall dort, wo Leben bewahrt wird", sagt Salooja. Dies sei auch der neue Missions-Leitsatz des Weltkirchenrats. Er heißt "Gemeinsam für das Leben".

"Wir alle teilen ja den Schatz des Lebens mit Gott", sagt Salooja. "Gott, der das Leben will, will das überall. Nicht nur bei den Christen." Gemeinsam müsse man die Kräfte, die das Leben verneinen, bekämpfen. "Drogen, Alkohol, die Hinwendung zum Konsum - das alles hält uns vom wahren Leben ab."

Ob in einer globalisierten Welt Mission im Sinne von "Glauben weitergeben" überhaupt noch sinnvoll sei, wurde in der anschließenden Diskussion gefragt. Pfarrer Salooja: Zeugnis vom eigenen Glauben abzulegen, das gehöre zum Christentum dazu, sagt er. Doch wer dafür in andere Länder gehe, wer also missionieren wolle, der dürfe das nicht ohne die Menschen beziehungsweise die Kirchen vor Ort tun. Zwar bauten engagierte Missionare oft viel auf. Aber dies könne zu Kirchen- oder Gemeindespaltungen führen. Das sei schade und oft schmerzlich. "Das wissen gerade wir Protestanten gut, die aus einer Kirchenspaltung hervorgegangen sind." Mission sollte daher nie ohne die Kirchen vor Ort geleistet werden.