Am Tag danach: Jacqueline Förderer sitzt frühmorgens schon wieder an ihrem Arbeitsplatz in der Kunsthalle in Mannheim. Die Telefondrähte glühen, der SWR will ganz dringend ein Interview und auch per E-Mail trudeln ganze Stapel von Glückwünschen ein – sogar von Schrozbergern, die schon seit Jahren im Ausland leben oder gerade in der Sommerfrische weilen und den Wahl-Krimi in der Heimat dank der vorzüglichen Datenarbeit von Hauptamtsleiter Helmut Hüttner zeitnah auf der Webseite der Stadt verfolgen konnten.

„Es ist unglaublich, wie viele Menschen mir gratuliert haben“, sagt Jacqueline Förderer – darunter natürlich auch „mit Freude und Bedauern  zugleich“ ihre Kollegen in der Mannheimer Kunsthalle, die nach der in Blaufelden erfolgreichen Petra Weber nun erneut eine Mitarbeiterin an die Schulzen-Branche verliert.

Die 28 Jahre alte Betriebswirtin der Kommunalwirtschaft hat in den letzten Wochen über 1800 Männer und Frauen davon überzeugt, dass sie die beste Wahl für den Chefposten auf dem Rathaus ist.

In jedem der zehn Wahlbezirke überschritt Förderer locker die Marke von 50 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangierte  Spielbach mit 60,1 Prozent, die Hochburg von Jacqueline Förderer lag mit  81,8 Prozent in  Schmalfelden, wo ihre schärfste Konkurrentin Sandra Bonnemeier  mit 17,1 Prozent ihr schlechtestes und wiederum in Spielbach mit 37,8 Prozent ihr bestes  Ergebnis  erzielte.

Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis sich Jacqueline Förderer an den Gedanken gewöhnt hat, dass sie demnächst tatsächlich als neue Rathaus-Chefin im Schrozberger Schloss residiert – nicht nur als Repräsentantin von 5700 Bürgern, sondern auch als Vorgesetzte von rund 75 Mitarbeitern der Kommune.

Bürgermeister Klemens Izsak gab noch am Wahlabend wohl vor allem jenen Schrozbergern, die Jacqueline Förderer als „zu jung und zu unerfahren“ für diesen Posten taxieren, einen wohlmeinenden Rat: „Geben Sie der jungen Dame ein bisschen Zeit, damit sie sich auf dem Rathaus einschaffen kann – und dann können wir alle optimistisch in die Zukunft schauen.“