Summer Breeze Highlights und Bilder aus Dinkelsbühl

Das Summer-Breeze-Festival fand auch 2018 wieder sehr großen Anklang.
Das Summer-Breeze-Festival fand auch 2018 wieder sehr großen Anklang. © Foto: Luca Schmidt
Dinkelsbühl / Luca Schmidt 22.08.2018
Beim Summer Breeze 2018 tummelten sich wieder Abertausende von Besuchern auf dem Festivalgelände.

Bevor die Band Eisbrecher loslegte, wurde es politisch. „Das folgende Lied ist für alle, die die Welt verbessern wollen“, sagte Sänger Alexander „Alexx“ Wesselsky und nannte als ersten Adressaten Ministerpräsident Markus Söder. Das brachte die Menge im CSU-Land zum Lachen.

Zweiter Versuch: „Donald Trump!“ rief Wesselsky, aber auch dieser Versuch war nicht besser. Dann spielte die Band ihren Song „Gesetz“. Refrain: „Ich bin der, vor dem dich alle warnen, ich bin das Gesetz.

Ich komm’ und sprenge deinen Rahmen, ich bin das Gesetz. Ein Sucher und Finder, ein Blender und Blinder, ich glaub, du hast mich unterschätzt, ich bin, ich bin das Gesetz.“

Ohne sie könnte kein Festival der Welt über die Bühne gehen: Sicherheitskräfte. Zwei, die beim Summer Breeze für Ordnung sorgen, sind Martin Poetsch und Olli Pflug. In ihren grünen Westen müssen sie den ganzen Tag in der Sonne stehen – nicht unbedingt leicht verdientes Geld. „Jeder im Team der Sicherheitskräfte hat eine andere Aufgabe“, erklärt Poetsch. Sie stehen zum Beispiel am Eingang zum umzäunten VIP-Campingplatz und bewachen ihn. Vor ihnen bewegen sich die Menschenmassen in Richtung Bühne – auch darauf haben sie ein Auge. Viel sei in diesem Jahr noch nicht los gewesen, nur ein paar offene Beine und kleinere Verletzungen.

Aus Thüringen und Hannover angereist ist Stefan Grosch mit seiner „Reisegruppe häßlich“, wie er sie nennt. Die Freunde kommen nicht nur, um die Bands auf den vier Bühnen anzuschauen, sondern auch, um in der Dinkelsbühler Altstadt Kultur zu tanken.

„Wir wollten uns doch mal die schönste Altstadt Deutschlands anschauen. Bevor es jetzt zurück auf das Gelände geht, setzen wir uns hier in einen Biergarten und machen danach noch ein bisschen Sightseeing“, sagte Grosch. Am Festival schätzt er besonders, dass es trotz der mehr als 40.000 Besucher übersichtlich und gemütlich ist – und dass das Wetter immer gut ist.

Keine weite Anfahrt hatten Andreas Grobshäuser und Norbert Bross aus Bernhardsweiler – sie wohnen gerade einmal 15 Kilometer entfernt. Die beiden sind seit 2015 mit ihrer Branding-Station fester Bestandteil des Festivals. Ihre Arbeit: Sie erhitzen Eisen und brennen damit Zeichen auf Jeans oder Leder – an jedem Tag kommen ungefähr 50 Besucher zu ihnen. Schuhe und Kleidung werden vorher aber selbstverständlich ausgezogen, um Verletzungen zu vermeiden. „Ich zeige auf dem Dinkelsbühler Stadtfest immer alte Schmiedekunst“, sagt Grobshäuser – so seien die Summer-Breeze-Veranstalter auf ihn aufmerksam geworden.

Viele Geschäfte in der Stadt erweitern ihr Sortiment für das Festival-Wochenende – so auch Schmidt Sport & Lifestyle. Vor dem Aufgang zum eigentlichen Laden ist ein Stand mit Dingen aufgebaut, die auf einem Festival nicht fehlen dürfen: Isomatten, Gaskartuschen, Zelte und mehr. „Wir wählen das Sortiment nach unserer Erfahrungen in den vergangenen zehn Jahren aus“, sagt Edwin Windbühler, der bei Schmidt arbeitet. Zwei Jungen interessieren sich für eine Solar­dusche, ein dunkler Plastiksack, in den 20 Liter Wasser passen. „Das reicht zum Duschen auf jeden Fall aus“, sagt Windbühler. Er selbst gehe auch gerne auf das Festival.

Fester Bestandteil eines Festivals: das Crowdsurfing. Hierbei wird ein Besucher auf dem Rücken oder Bauch liegend von der Menge über die Menschen getragen und landet am Ende meist vor der Bühne, wo er von Sicherheitskräften aufgefangen wird. Die sehen das eigentlich nicht gerne, aber das Summer Breeze ist ja kein Open Air wie andere: Hier werden die Crowdsurfer sogar noch einige Meter getragen. Dabei gefällt einigen das Surfen auf der Menschenmenge offenbar sehr gut: Gleich fünfmal innerhalb weniger Minuten schaffte es ein Mädchen, über die Köpfe der Menge nach vorne zu wandern und wieder hinten zu starten – Respekt.

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