Der steigende Energiebedarf mache in Künzelsau eine Verstärkung des Stromverteilnetzes erforderlich. Aus diesem Grund verlegt der Stromnetzbetreiber Netze BW im Ortsteil Amrichshausen neue 20.000-Volt-Mittelspannungskabel. Sie sollen die Übertragungsfähigkeit des Netzes erhöhen. Rund 1,5 Millionen Euro investiere das Unternehmen mit der aktuellen Maßnahme in die Versorgungssicherheit dort, heißt es in einer Pressmitteilung. Voraussichtlich Ende Mai seien die Arbeiten abgeschlossen, die wegen des Infektionsschutzes unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherheitsregeln durchgeführt werden.

110-kV-Leitung von Kupferzell nach Rot am See Regierungspräsidium ist für Erdkabel

Stuttgart/Gerabronn

Erdkabel auf einer Strecke von sieben Kilometern

In vier Bauabschnitten von jeweils 1.500 bis 2.000 Meter seien die Kabel über insgesamt sieben Kilometer verlegt worden: Von Amrichshausen verläuft die Trasse zum Kügelhof, von dort weiter über die Weiler Berndshausen und Wolfsölden bis zum Bodenhof auf Mulfinger Gemarkung. Nur in Berndshausen finden aktuell noch Arbeiten statt. Die Stromversorgung einiger Gebäude habe dabei von einem Freileitungs- auf einen Erdkabel-Hausanschluss umgestellt werden können. Zu der Verstärkungsmaßnahme des örtlichen Stromnetzes zähle auch die Erneuerung von Trafostationen.

Bei Wolfsölden steht eine neue Trafostation vor einer alten.
Bei Wolfsölden steht eine neue Trafostation vor einer alten.
© Foto: NetzeBW

Leerrohre für schnelles Internet durch Glasfaser mit eingezogen

Damit der Boden für eine geplante Glasfaseranbindung kein zweites Mal aufgegraben werden müsse, habe die Netze BW im Auftrag der Stadt Künzelsau zusätzlich auf der gesamten Strecke Leerrohre mit in den Graben gelegt.

Streckenweise wurde auf der Baustelle ein sogenannter Kabelpflug eingesetzt. Mit diesem werden mehrere Arbeitsschritte gebündelt (Aufpflügen, Kabelverlegung, Wiederverschließen des Bodens). Das ermögliche „ein besonders effizientes Vorgehen“. Zur Unterquerung von Straßen und Gewässern, wie dem Spelbach, wurden die Kabel teilweise auch unterirdisch per Spülbohrverfahren verlegt.

Erdkabel, wie sie jetzt in Amrichshausen verlegt wurden, seien besser vor witterungsbedingten Einflüssen, wie Blitzschlag oder Sturm, geschützt als Hochspannungsleitung. Mit ihren größeren Querschnitten können sie mehr Strom transportieren. Nicht zuletzt reduziere sich der Instandhaltungsaufwand.

Nach Inbetriebnahme der neuen Erdkabel werde die bestehende 20-kV-Freileitungen nicht mehr benötigt und wird zu einem späteren Zeitpunkt abgebaut – mit den Arbeiten dazu soll im Herbst nach der Erntezeit begonnen werden.