Crailsheim Streichorchester "La Banda Viwaldi" begeistert Publikum in der Tiefenbacher Veitkirche

Gregor Thimm und Julia Bratz (rechts) gemeinsam als Solisten beim letzten Satz von Vivaldis a-Moll-Violinkonzert op. 3 Nr. 6.
Gregor Thimm und Julia Bratz (rechts) gemeinsam als Solisten beim letzten Satz von Vivaldis a-Moll-Violinkonzert op. 3 Nr. 6. © Foto: Ralf Snurawa
Crailsheim / RALF SNURAWA 15.12.2015
Was geschieht, wenn drei Mitglieder des Hohenloher Streichquartetts sich Streichinstrumente spielenden Schülern der Crailsheimer Waldorfschule annehmen, war beim Konzert am Freitag in der Veitkirche zu hören.

Intensive Probenarbeit mit Magdalene Kautter, Wolfgang Hermann-Kautter und Jörg Baier war dem Konzert mit vor allem barocken Werken vorausgegangen. Die Violinspielerin, der Bratschist und der Cellist hatten das sich "La Banda Viwaldi" nennende Streichorchester der Waldorfschule gut vorbereitet: von den elf- bis zu den 17-jährigen Schülern.

Das war in allen, zumeist von Wolfgang Hermann-Kautter dirigierten Stücken zu hören. So bestimmte wunderbares Pulsieren etwa den schnellen ersten, energiegeladen klingenden Satz von Gaetano Maria Schiassis Weihnachtssinfonie. Gut gelang den Schülern auch schon der gemeinsame Bogenstrich. Die imitatorischen Einsätze waren klar nachzuvollziehen. Teilweise zum Mitsingen fürs Publikum war danach der Schlusschoral aus dem zweiten Teil des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach gedacht. Den wussten die Schüler wunderbar gesanglich zu spielen. Dabei wirkten auch etliche unter elf Jahren mit, wie auch später zum Bach-Choral "Jesu bleibet meine Freude". Die jüngsten "La Banda Viwaldi"-Mitglieder spielten dabei den Choral, während die Älteren sich der Umspielungen annahmen.

Zwischen diesen beiden Chorälen hatte Maria Falk ihren großen Auftritt als Violinsolistin zu Antonio Vivaldis f-Moll-Violinkonzert mit dem Beinamen "Der Winter", also einem der Konzerte aus dem Zyklus "Die vier Jahreszeiten". Ohne Dirigent wurde in kleiner Besetzung mit vier Violinen, einer Bratsche und einem Violoncello musiziert.

Die Wiedergabe geriet eingangs packend. Das Melodieren der Solovioline klang zu den gezupften Begleittönen schön geatmet. Das Wehen der Winterwinde und das Ausrutschen auf dem Eis war im Finale lautmalerisch von allen wunderbar nachempfunden worden. Maria Falk meisterte den virtuosen Solopart hervorragend. Auf etliche Violinspieler verteilt war dann der Solopart des a-Moll-Violinkonzertes op. 3 Nr. 6 von Vivaldi. Iris Minderlein, Momo Sielaff, Joshua Tsakmakidis, Marit und Justin Dechow, Nazlican Evci und Julia Bratz lösten sich im entschieden im Ton gespielten Eingangssatz gekonnt ab. Raphael Schübel verlieh den Largo-Tönen Empfindung. Gregor Thimm und Julia Bratz wussten die barocken motorischen Figuren des Schlusssatzes packend wiederzugeben.

Geschärfte, aber tänzerische Töne folgten mit Ángel Villoldos "El Choclo"-Tango. Perfekt und mitreißend das Beschleunigen des Tempos zu "Nyguno shel Yossi". "Smoke on the Water" riss das Publikum ebenso mit wie die Leidenschaft zu Dmitri Schostakowitschs Walzer aus der zweiten Jazz-Suite. Nach langem Beifall für das Ensemblespiel wurde das Publikum noch mit "Got to get you into my life" von den Beatles belohnt.

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