Crailsheim / Jens Sitarek  Uhr
Staatsanwaltschaft Ellwangen schließt Ermittlungsverfahren ab.

Die Jagstkatastrophe jährte sich am Mittwoch zum dritten Mal. Auf Nachfrage unserer Zeitung gibt die Staatsanwaltschaft Ellwangen nun bekannt, dass sie bereits „vor einigen Wochen“ gegen einen zum Tatzeitpunkt 20-Jährigen beim Amtsgericht Langenburg den Erlass eines Strafbefehls wegen fahrlässiger Brandstiftung beantragt hat.

Auf der Jahrespressekonferenz der Staatsanwaltschaft Ellwangen ging es am Freitag auch um die Ermittlungen bezüglich des Mühlenbrandes in Lobenhausen im vergangenen Jahr. Gutachten liegen inzwischen vor.

Sie legt diesem zur Last, am 22. August 2015 „auf dem Gelände der Lobenhauser Mühle – einige Meter von einer Lagerhalle – mit Einwilligung des Grundstückseigentümers Abfälle verbrannt“ zu haben. Zudem soll der Beschuldigte die Feuerstelle verlassen haben, dadurch seien später Lagerhalle und Silos in Brand geraten. Sachschaden: 2,6 Millionen Euro.

Bildergalerie Großbrand bei Lobenhausen verursacht Millionenschaden

Einen weiteren Strafbefehl wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber der Mühle. Er soll ammoniumhaltige Mineraldünger-Produkte ohne behördliche Genehmigung gelagert haben.

Ein Mühlenbesitzer und die Feuerwehr sollen nach einem Medienbericht Mitschuld an der Umweltkatastrophe im Fluss Jagst in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) tragen. Das habe ein Gutachten ergeben, berichtete das "Hohenloher Tagblatt" aus dem

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, „dass es bei Einhaltung der für die Lagerung der Gefahrstoffe erforderlichen Sorgfalt und der Einhaltung entsprechender Sicherheitsvorkehrungen nicht zu einer Kontaminierung des Löschwassers aufgrund des Brandes, einer Beeinträchtigung des ökologischen Flusssystems und dann zu einem Fischsterben in der Jagst gekommen wäre“. Die Strafbefehle werden vom Amtsgericht Langenburg geprüft.