Großbrand in Lobenhausen Jagstkatastrophe: Strafbefehle beantragt

Am 22. August 2015 hat in Lobenhausen bei Kirchberg an der Jagst eine Mühle gebrannt.
Am 22. August 2015 hat in Lobenhausen bei Kirchberg an der Jagst eine Mühle gebrannt. © Foto: Harald Zigan
Crailsheim / Jens Sitarek 24.08.2018
Staatsanwaltschaft Ellwangen schließt Ermittlungsverfahren ab.

Die Jagstkatastrophe jährte sich am Mittwoch zum dritten Mal. Auf Nachfrage unserer Zeitung gibt die Staatsanwaltschaft Ellwangen nun bekannt, dass sie bereits „vor einigen Wochen“ gegen einen zum Tatzeitpunkt 20-Jährigen beim Amtsgericht Langenburg den Erlass eines Strafbefehls wegen fahrlässiger Brandstiftung beantragt hat.

Sie legt diesem zur Last, am 22. August 2015 „auf dem Gelände der Lobenhauser Mühle – einige Meter von einer Lagerhalle – mit Einwilligung des Grundstückseigentümers Abfälle verbrannt“ zu haben. Zudem soll der Beschuldigte die Feuerstelle verlassen haben, dadurch seien später Lagerhalle und Silos in Brand geraten. Sachschaden: 2,6 Millionen Euro.

Einen weiteren Strafbefehl wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber der Mühle. Er soll ammoniumhaltige Mineraldünger-Produkte ohne behördliche Genehmigung gelagert haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, „dass es bei Einhaltung der für die Lagerung der Gefahrstoffe erforderlichen Sorgfalt und der Einhaltung entsprechender Sicherheitsvorkehrungen nicht zu einer Kontaminierung des Löschwassers aufgrund des Brandes, einer Beeinträchtigung des ökologischen Flusssystems und dann zu einem Fischsterben in der Jagst gekommen wäre“. Die Strafbefehle werden vom Amtsgericht Langenburg geprüft.

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