Strobel Stimpfacher Bürgermeisterwahl: Fast 30 Prozent nicht für Strobel

Stimpfach / MATHIAS BARTELS 30.11.2015
Ob er damit einverstanden sein kann? Nur 70,2 Prozent Zustimmung zur Wiederwahl und das ohne ernsthaften Gegenkandidaten? Gesagt hat er, er wäre zufrieden. Vielleicht wurmt es Matthias Strobel aber doch.

Die nüchternen Tatsachen vorweg: Die Stimpfacher Wählerinnen und Wähler haben gestern ihren Bürgermeister im Amt bestätigt. So viel steht fest. Auch die Wahlbeteiligung lag mit knapp 40 Prozent angesichts des üblen Wetters im durchaus üblichen Rahmen. Da hat es schon schwächere Ergebnisse gegeben.

Doch was ist von einer Zustimmung von 70,2 Prozent der Wählerstimmen zu halten, obwohl mit Heiko Gold nur ein Kandidat der Nein-Sager auf dem Wahlzettel stand? 14,3 Prozent für ihn dürften ein Ergebnis sein, das die Polit-Verweigerer einigermaßen begeistert. Dazu gesellen sich weitere 15,5 Prozent an Stimmen für "Sonstige". Die Übersicht, ob und wen das Wahlvolk bevorzugt haben mochte, stand am Sonntagabend noch aus.

Matthias Strobel wertete das Wahlverhalten als "Hinweis auf eine funktionierende Demokratie". Womöglich sind die Stimpfacher aber auch nur schräg drauf - oder Scherzbolde? Vielleicht hat sie "ihr" Schulz aber auch geärgert? "Kann durchaus sein, dass ich nicht jedem nach dem Mund geredet habe", lässt Strobel im Gespräch mit dem HT erkennen. Ihm sei es im Wahlkampf darum gegangen, bei der Wahrheit zu bleiben. Und da habe er schon deutliche Worte dafür gefunden, dass die Windräder in die Gemeinde kommen und die Feuerwehren fusioniert werden müssen. Strobel: "Ich habe im Wahlkampf viele Sachen angesprochen, die ich mir auch hätte sparen können. Das schmeckt eventuell nicht jedem."

Sei's drum! Natürlich freuten sich der Amtsinhaber und seine Frau Bianca sowie die Gäste des Abends über die letztlich doch deutliche Bestätigung. Wahlleiter Wilhelm Hanselmann hatte da längst die Resultate vorgelegt und Markus Esterle als Vorsitzender des Wahlausschusses das Ergebnis verkündet und als Erster gratuliert.

Etliche Bürgermeister-Kollegen waren, wie es offenbar guter Ton ist, ebenfalls nach Stimpfach ins katholische Gemeindezentrum geeilt. Jörg Schmidt aus Frankenhardt war der Erste, und nicht als Letzter kam Martin Piott, der frühere Strobel-Nachbar aus Fichtenau und seit diesem Sommer in Bretzfeld aktiv. "Da stehe ich ja quasi noch unter Schonfrist", ließ er wissen.

Trotz des nicht überragenden Ergebnisses, gestand Strobel später, sei er vor acht Jahren bei seiner ersten (Stich-)Wahl wesentlich aufgeregter gewesen. Als um 18.51 Uhr das vorläufige amtliche Ergebnis über die Leinwand flimmerte, brandete spontaner Beifall auf. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", kommentierte Markus Esterle.

Das hatte wohl auch Strobel schnell akzeptiert. "Ich habe immer gesagt: Egal, wen ihr wählt, geht wählen." Vereidigt wird Matthias Strobel im nächsten Februar.



Sein bestes Ergebnis fuhr Matthias Strobel am Sonntag in Rechenberg mit glatten 75 Prozent ein. Das war vor acht Jahren anders. Da war der Zentralort Stimpfach Strobels Hochburg. Im Dezember 2007 hatte er mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur 36 Stimmen im zweiten Wahlgang vor Stefan Ohr, heute Bürgermeister in Kirchberg, das Rennen gemacht.

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