Region Stillstand bei Hohenlohebahn - Finanzierung unklar

Ein Zug der DB-Tochter Westfrankenbahn macht Station an der Haltestelle Wackershofen. Die Anlieger wünschen, dass er jede Stunde fährt.
Ein Zug der DB-Tochter Westfrankenbahn macht Station an der Haltestelle Wackershofen. Die Anlieger wünschen, dass er jede Stunde fährt. © Foto: Marc Weigert
Region / RALF REICHERT 27.06.2014
Bis der Schienenverkehr auf der Hohenlohebahn besser wird, dürfte noch viel Zeit vergehen. Für 2016 ist wenigstens der Ein-Stunden-Takt in Sichtweite.

Die Bestrebungen, den Schienenverkehr auf der Hohenlohebahn zu verbessern, gleichen weiter einem Bummelzug. "Irgendwann im nächsten Jahr, auf jeden Fall vor 2016, brauchen wir eine Entscheidung", sagt Dr. Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises. Das relevante Förderprogramm des Bundes sei bis 2019 dicht. Er hoffe, "dass wir danach wieder etwas mehr Luft haben." Aber Neth weiß: "Andere Kreise kämpfen auch."

Der Landrat ist überzeugt: Die angedachten Verbesserungen können nur im Rahmen eines klassischen, kommunalen Infrastrukturprojekts umgesetzt werden, das die Kreise Hohenlohe und Hall gemeinsam anpacken - unter Einbeziehung von Fördermitteln des Landes und des Bundes. "Von der Aufnahme in den neuen Bundesverkehrswegeplan, der ab 2015 gilt, verspreche ich mir nichts", so Neth.

Das Land hat die Hohenlohebahn zwischen Cappel und Hessental genau dafür angemeldet. "Das haben die nur getan, um Ruhe zu haben." Der Bundesverkehrswegeplan sei für längere Transitstrecken gedacht, die für den Güterverkehr relevant seien. "Wer aber soll den Güterverkehr fahren?", fragt Neth. Bei der Deutschen Bahn (DB) hat der Hohenlohe-Landrat in dieser Hinsicht nichts erreichen können. Weitere Gespräche würden zwar geführt. Die Hoffnung, dass sich die DB an einer möglichen Elektrifizierung beteiligt, ist aber verschwindend gering.

Deshalb stellt Neth klar: Kleine Strecken gehörten in die für Kommunen bislang wichtigste Förder-sparte "Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz" (GVFG): Das ist ein Geflecht, über das Bund und Land Straßen- und Schienenwege auf kommunaler Ebene fördern. Das Geflecht befindet sich derzeit in Schieflage: Keiner weiß, was nach 2019 kommt. "Wir müssen wissen, wie es mit dem GVFG weitergeht. Vorher können wir nichts tun", erklärt Neth. Derzeit wäre es ohnehin illusorisch, Verbesserungen auf der Hohenlohebahn über diesen Topf zu finanzieren. Das Land hat den Fördersatz von 75 auf 50 Prozent reduziert, der Eigenanteil des Kreises und der Gemeinden würde also um 25 Prozent steigen. Da macht keiner mit.

Eine kleine Hoffnung gibt es. Das Land plant ab 2016 mit zwei Regionalexpress-Zügen zwischen Heilbronn und Hessental. Dann gäbe es zumindest den Stundentakt.