Obersontheim Stille Helfer aus der zweiten Reihe

Bürgermeister Siegfried Trittner spricht beim Neubürgerempfang auch mit Ramona und Johannes Meißen. Die beiden sind vergangenen Herbst aus Weinsberg nach Engelhofen gezogen. Dort haben sie eine neue Heimat gefunden. Foto: Sigrid Bauer
Bürgermeister Siegfried Trittner spricht beim Neubürgerempfang auch mit Ramona und Johannes Meißen. Die beiden sind vergangenen Herbst aus Weinsberg nach Engelhofen gezogen. Dort haben sie eine neue Heimat gefunden. Foto: Sigrid Bauer
Obersontheim / SIGRID BAUER 05.03.2013
Zum ersten Mal begrüßte Bürgermeister Siegfried Trittner die Neubürger in der "guten Stube" der Gemeinde. Geehrt wurden erfolgreiche Sportler und Bürger, die oftmals im Hintergrund mitwirken.

Viel Verantwortung für das Gemeinwohl hat die Feuerwehr, allen voran der Kommandant. Das war von 2000 bis Anfang dieses Jahres Walter Piegsda, dem der Obersontheimer Bürgermeister Siegfried Trittner für seinen vorbildlichen Einsatz dankt. "Spitze" seien auch die Feuerwehrkameraden: Elf von ihnen haben 2012 das Leistungsabzeichen in Gold abgelegt. "Das bekommt man nicht geschenkt", betont Trittner.

Was zweiten Mannschaften im Fußball kaum gelingt, hat "die Zweite" des TSV geschafft: den Aufstieg in die Kreisliga A. Für Trittner ist sie deshalb das Team des Jahres.

Viele Frauen sind dieses Mal unter den Geehrten. Trittner gratuliert Manuela Färber zum Sieg bei einem Wettbewerb für Pharmazeutisch Technische Assistenten. Die 27-Jährige ist jetzt ein Jahr lang Repräsentantin des Arzneimittelherstellers Ratiopharm.

Mit 19 Jahren ist Kerstin Schmidt in einer Sportart, die laut Trittner nichts für Warmduscher oder Schminkfetischistinnen ist, zum dritten Mal deutsche Meisterin: im IGE-Enduro-Motocross. Noch jünger ist Kerstin Kirsch. Die 12-Jährige züchtet eine besondere Kaninchenrasse und ist 2012 bei der Europaschau der Kleintierzüchter Jugendeuropameisterin geworden.

Eine engagierte Frau, die gern in der zweiten Reihe bleibt, ist Margit Engel aus Engelhofen. Bürgermeister Trittner bedankt sich bei ihr stellvertretend für viele andere unermüdliche Helfer. Nie sei ihr etwas zu viel, ob als Schriftführerin im Ausschuss der Dorffreunde, eine der rührigsten Dorfgemeinschaften in der ganzen Region, als Bloozteigmacherin oder Spätzleköchin, beim Aufräumen oder Organisieren, so Trittner.

Die Hilfsbereitschaft der Engelhöfer haben Ramona und Johannes Meißen bereits erlebt. Das junge Paar ist im Herbst aus Weinsberg nach Engelhofen gezogen. "Unsere Nachbarn haben wir schon am ersten Tag kennengelernt", erzählt die 24-jährige Tierarzthelferin. "Sie haben uns gleich ihre Hilfe angeboten, echt super." Die beiden haben in Engelhofen ihr Traumhaus gefunden: ein 140 Jahre altes Fachwerkhaus, das sie jetzt renovieren. Zeit für die Dorffreunde wollen sie sich auch nehmen. "Beim nächsten Spielabend sind wir dabei", verspricht Johannes Meißen.

Die Gelegenheit, beim Neubürgerempfang Leute kennenzulernen, lässt sich auch die Neu-Obersontheimerin Alma Schwab nicht entgehen. 27 Jahre hat sie in Neuenstadt am Kocher und davor fast so lang in Hall gelebt. Ihre Kinder und Enkelkinder hat es im Osten von Hall gehalten, deshalb ist sie jetzt auch hergezogen. "Ich brauche meine Familie um mich", meint die 69-Jährige. Sie hat schon ihre Fühler ausgestreckt, war beim Seniorentreff, bei den Landfrauen und der Nachbarschaftshilfe. "Ich will mich auf jeden Fall engagieren", lautet ihr Bekenntnis.

"Ein Bekannter hat uns erzählt, dass in Obersontheim eine Kneipe frei ist", erzählt Stephan Henkies, der neue Wirt des Obersontheimer Treffs. "Wir waren gleich überzeugt von den Räumen, das war eine absolute Bauchentscheidung", meint seine Partnerin Christiane Vogler. Unwahrscheinlich herzlich hätten die Leute sie hier aufgenommen. "Wir haben dann auch gleich bei den Obersontheimer Faschingsfreunden mitgemacht", erzählt die Frau.