Stimpfach Weichert: stets die besten Noten bekommen

Abschied in kleinem Kreis: Rektorin Elisabeth Weichert geht aus dem Schuldienst. Bürgermeister Matthias Strobel (links) und Schulamtsdirektor Joachim Rimmele wünschen ihr viel Glück auf ihren neuen Wegen.
Abschied in kleinem Kreis: Rektorin Elisabeth Weichert geht aus dem Schuldienst. Bürgermeister Matthias Strobel (links) und Schulamtsdirektor Joachim Rimmele wünschen ihr viel Glück auf ihren neuen Wegen. © Foto: Christine Hofmann
Stimpfach / Christine Hofmann 17.05.2018
Nach fast 30 Jahren an der Kaspar-Mettmann-Schule in Stimpfach geht Elisabeth Weichert vorzeitig in den Ruhestand. Sie hat die Schule sehr geprägt und voran gebracht.

Schon bei ihrer Einsetzung als Rektorin der Kaspar-Mettmann-Schule in Stimpfach im Jahr 2007 hatte Elisabeth Weichert Sprüche aus ihrem Poesiealbum zitiert. Bei ihrer Verabschiedung am Dienstag las sie eine weitere Lebensweisheit daraus vor, ins Büchlein geschrieben von ihrer Grundschullehrerin: „Sorg‘, aber sorge nicht zu viel. Es geht doch alles, wie Gott es will.“

Elisabeth Weichert hat sich viel gesorgt im letzten Jahr, weil sie schwer erkrankte. Lange Zeit hoffte sie, wieder unterrichten und die Schule leiten zu können. Doch nun hat sie sich entschieden, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. „Vor einem Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, zu diesem Anlass hier zu stehen“, sagte sie in ihrer Abschiedsrede, „es ging alles rasend schnell.“ Weichert war Lehrerin mit Leib und Seele. „Es waren einfach schöne Zeiten als Klassenlehrerin und als Rektorin“, sagte sie und blickte zurück auf die vergangenen Jahre. Die waren freilich nicht immer leicht. Die Schließung der Hauptschule war eine der schwersten Aufgaben, die sie zu bewältigen hatte. Die Neufindung als reine Grundschule sei erst im letzten Jahr so richtig gelungen, so Weichert.

So sehr ihr das Wohl der Kinder am Herzen lag – ihnen wollte sie das Gefühl geben, sich an der Schule wohlfühlen zu können, gut aufgehoben zu sein und sehr gut unterrichtet zu werden – war nicht jede Klasse gleich. „Ich hatte auch mal eine Klasse, die habe ich im Lehrerzimmer zum Tausch angeboten. Aber es wollte sie keiner haben“, verriet sie augenzwinkernd.

Den Erfolg der inzwischen kleinen Grundschule mit der familiären Wohlfühlatmosphäre macht für die scheidende Rektorin das Zusammenspiel aller am Schulleben beteiligten Akteure aus. So dankte sie der gesamten Schulfamilie für ihren Einsatz: „Ich wünsche alles Gute für den weiteren Weg, während ich mich auf den Weg der Genesung mache.“

Elisabeth Weichert war fast 30 Jahre an der Kaspar-Mettmann-­Schule tätig. „Sie haben in diesen Jahrzehnten den Wandel der starken Grund- und Hauptschule zur kleinen, besonders feinen Grundschule miterlebt und mitgestaltet“, betonte Schulamtsdirektor Joachim Rimmele.

Das Kind im Mittelpunkt

Unter Weicherts Leitung seien der Schule stets beste Noten gegeben worden. Sie selbst habe übrigens auch stets die allerbesten Beurteilungen erhalten.

Bei ihrer Einsetzung als Schulleiterin hatte Weichert vor elf Jahren gesagt: „Im Mittelpunkt steht bei mir das Kind und sein Lernen.“ Diesen Grundsatz habe sie stets beherzigt, so Rimmele: „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, das war in jeder Stunde, in jeder Minute der Fall.“ Der Schulamtsdirektor dankte Weichert für ihr herausragendes Engagement und wünschte ihr für ihren neuen Weg vor allem eine stabile Gesundheit.

Bürgermeister Matthias Strobel schloss sich dem Dank und den Genesungswünschen an. Dem Abschied wohne Wehmut inne, sagte er, vor allem weil die Schule Weicherts Leben war. In den fast drei Jahrzehnten, die sie in Stimpfach tätig war, habe sie die Kaspar-Mettmann-Schule sehr vorangebracht. Strobel: „Das musische Profil, das von Elisabeth Weichert mit aufgebaut wurde, hat uns landesweit bekannt gemacht.“

Strobel wünschte ihr, dass sie die Ziele, die sie sich für ihren neuen Lebensabschnitt gesetzt habe, erreichen möge. Als ihr Nachbar, der er neuerdings ist, werde er dies genau beobachten.

Der Spruch der Grundschullehrerin aus Elisabeth Weicherts Poesiealbum wird ihr die nötige Kraft dazu geben.