Landkreis Stetig weniger Schulen Planung über Kreisgrenzen hinweg nötig

Landkreis / SEL 07.02.2014
Auch künftig werden weiterführende Schulen im Kreis geschlossen. Die seit Jahren dauernde Entwicklung soll aber gesteuert ablaufen.

Gab es 2009 26 Haupt- und Werkrealschulen im Kreis, sind es heute 19 plus eine Gemeinschaftsschule. Von den 19 Schulen erreichen elf nicht die nötige Mindestschülerzahl (16 Schüler), informiert Ursula Stock. Das sind die Schulen in Blaufelden, Bühlertann, Fichtenau, Fichtenberg, Gerabronn, Kressberg, Mainhardt, Oberrot, Obersontheim, Schrozberg, Vellberg. Die nächsten Hauptschulschließungen stehen in Fichtenau und Vellberg an.

Die nebenstehende Grafik zeigt die Planungsräume für die regionale Schulentwicklung. Innerhalb der grün umrandeten Kreise sollen sich die Kommunen abstimmen. Auch die Schulen, die aus dem Kreis Schüler abziehen, sollen einbezogen werden. So gehen in die fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule Rosenberg 13 Schüler aus dem Kreis Hall (drei aus dem Bühlertal, zehn aus Stimpfach). Die 5. Klasse der Gemeinschaftsschule Kupferzell besuchen sechs Schüler aus Braunsbach und Untermünkheim. In die fünfte Klasse der Gemeinschaftschule Wüstenrot gehen neun Schüler aus Großerlach und Mainhardt. Hinzu kommt die private Mädchenschule St. Gertrudis in Ellwangen. Dorthin gehen (in die fünfte Klasse) fünf Schülerinnen aus dem Kreis in die Realschule, drei Schülerinnen ans Gymnasium und fünf in die Orientierungsklasse. Am Ellwanger Hariolf-Gymnasium ist ein Schüler in der fünften Klasse registriert, am Peutinger Gymnasium zirka vier.

Wie die Bühlertal-Bürgermeister sagen, hängt der Wechsel in den Raum Ellwangen mit dem für Eltern attraktiven Angebot ebenso zusammen wie mit den guten Busverbindungen. Im Bühlertal werden die Gemeinderäte am 19. März vom Schulamt über die regionale Schulentwicklung informiert. Im April erwartet Obersontheim die Gerichts-Entscheidung über die Berufung in Sachen Genehmigung der Gemeinschaftsschule. Es gebe viele Modelle, sagen Bürgermeister Siegfried Trittner (Obersontheim) und Michael Dambacher (Bühlertann) ausweichend zur Zukunft der Schulen in Obersontheim und Bühlertann.

Schulamtsdirektorin Ursula Stock verwies am Mittwoch auf die drei nahe zusammen liegenden Schulverbünde (Grund-, Haupt-, Werkreal- und Realschule) in Blaufelden, Schrozberg und Niederstetten (im Main-Tauber-Kreis). Auch in Kirchberg und Ilshofen liegen zwei Schulverbünde in nächster Nähe. Beim Neujahrsempfang der SPD in Schrozberg hatte Kultusminister Andreas Stoch diesen Schulen folgende Überlegung nahe gelegt: Wegen der rückläufigen Schülerzahlen sei eine Gemeinschaftsschule sinnvoll. Dort würden nicht nur Lernkreise angeboten, die zum Hauptschul- und Realschulabschluss führen sondern auch Lerngruppen, die nach dem Lehrplan von Gymnasien arbeiten. Auf diese Weise könnten die Schüler auf dem Land wohnortnah auf drei Bildungsabschlüsse hingeführt werden.