Standardsteuererklärung in allen EU-Staaten

SWP 04.01.2014

Pressemitteilung

Mehrwertsteuer: Standardsteuererklärung in allen EU-Staaten

Die EU in Brüssel wird oft dafür kritisiert, mit einer Fülle an Vorschriften Unternehmen das Leben schwer zu machen. Diese können sich aber in Zukunft über Standardsteuererklärungen für die Mehrwertsteuer freuen, die in allen 28 Mitgliedsländern gelten soll. Ende Oktober stellte die Kommission die vereinheitlichte Steuererklärung vor. Sie soll den Betrieben im Jahr rund 15 Milliarden Euro an Kosten sparen und gleichzeitig den Mitgliedsstaaten mehr Geld in die Kassen spülen. Denn nach einer Studie, die die Kommission im Rahmen der Mehrwertsteuer-Reform in Auftrag gab, sind den EU-Staaten mit der heutigen Praxis im Jahr 2011 geschätzte 193 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer-Einnahmen entgangen.

"Vor allem für Unternehmen, die in mehreren EU-Staaten tätig sind, wird die neue Standardsteuererklärung enorme Erleichterungen mit sich bringen", sagt die EU-Abgeordnete Inge Gräßle (CDU), die den Vorstoß der Kommission begrüßt. Denn künftig sollen in allen Mitgliedsstaaten dieselben Fristen gelten und dieselben Angaben abgefragt werden. Die neue Steuererklärung sieht fünf obligatorische Angaben und bis zu 26 weitere Abfragen vor. Nur zum Vergleich: heute umfasst die Mehrwertsteuer-Erklärung in manchen Staaten bis zu 100 Felder, die ausgefüllt werden müssen. Mittlere und größere Unternehmen reichen in Zukunft die Erklärungen jeden Monat beim Finanzamt ein, Kleinstunternehmen sollen das im Viertel-Jahres-Rhythmus erledigen. Die Jahreserklärung entfällt. Dass die Steuererklärung digital beim jeweiligen Finanzamt abgegeben werden kann, ist eine weitere Erleichterung für die Betriebe.

Für die Mitgliedsländer ist die Mehrwertsteuer ist eine wichtige Einnahmequelle. Der Anteil dieser Steuerart lag nach Angaben der EU-Kommission bei rund 21 Prozent. Dass die EU-Staaten vor zwei Jahren geschätzte 193 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer nicht einzogen, hatte mehrere Gründe. Betrügereien sind einer, doch kommen weitere hinzu wie etwa Insolvenzen, Zahlungsverzug und auch legale Möglichkeiten, Steuern zu sparen. "Wichtig ist, dass mit der Standardsteuerklärung das System nicht nur effizienter, sondern auch weniger anfällig für Betrügereien gemacht wurde", betont die EU-Abgeordnete Gräßle.