Gerabronn Stammzellenspender für kleine Alexa gesucht

Alexa aus Gerabronn kämpft um ihr junges Leben.
Alexa aus Gerabronn kämpft um ihr junges Leben. © Foto: privat
Gerabronn / pm 23.06.2018

Gerade einmal fünf Monate alt ist Alexa Heckmann aus Gerabronn – und sie muss schon um ihr Leben kämpfen. Denn die Kleine leidet an Thrombozytopenie. Das heißt: Ihr Knochenmark kann keine Blutplättchen bilden, die für die Blutgerinnung entscheidend sind (unsere Zeitung berichtete). Die Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender läuft – zum Beispiel morgen von 11 bis 18 Uhr in der Gerabronner Stadthalle. Warum sich vor dieser Typisierung und einer etwaigen Spende niemand fürchten muss, erklärt Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS in Köln.

Wer kommt als Spender infrage?

Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, als Spender infrage.

Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?

Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgt die Registrierung mit Wattestäbchen per Wangenschleimhautabstrich. Für den Spender ist das eine Sache von fünf bis zehn Minuten.

Wonach wird der Wangenabstrich untersucht?

Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale bestimmt. Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender-Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

Die Aufnahme in die DKMS kostet 35 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?

Für die Bestimmung der Gewebemerkmale fallen inklusive Laborkosten, Material, Logistik und Personal Kosten in Höhe von 35 Euro an. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht.

Wann kommt man als Stammzellenspender infrage?

Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen ist allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzell­spender registriert sind.

Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden?

Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20 000 gefunden werden. Bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein Spender.

Was geschieht mit den Proben, die abgegeben werden?

Alle Proben werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht und analysiert. Entscheidend für eine erfolgreiche Übertragung der Stammzellen ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender. In unserem Labor werden bei allen neu aufgenommenen Spendern zwölf Gewebemerkmale bestimmt.

Gesetzt den Fall, die HLA-Merkmale eines Spenders stimmen mit denen eines Patienten überein: Was geschieht danach?

Kommt man als Spender für einen Patienten infrage, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er zustimmt, wird bei ihm ein gründlicher Gesundheits-Check-up durchgeführt. Die bloße Registrierung bei der DKMS beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende.

Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?

Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren: Die wesentlich häufigere Methode (80 Prozent) ist die periphere Stammzellent­nahme: Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Seltener (20 Prozent) durchgeführt wird die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmark-Gemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht etwa dem Rückenmark) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach.

Muss sich der Spender auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gefasst machen?

Nur bei der Knochenmarkentnahme ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, der etwa zwei bis drei Tage dauert. Die periphere Stammzellspende wird ambulant durchgeführt und dauert vier Stunden.

Was sind die Anzeichen für einen Erfolg einer Transplantation?

Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe aufgenommen haben und – wie gewünscht – gesunde Blutzellen bilden.

Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?

Bei der Knochenmarkentnahme besteht für ein paar Tage ein lokaler Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich hier auf das übliche Narkoserisiko. Bei der peripheren Stammzellspende können während der Vorbereitungsphase grippeähnliche Symptome auftreten.

Typisierung in Gerabronn und Spendenkonto

Die Hilfsbereitschaft in Gerabronn ist riesig: Mehr als 100 Helfer sorgen dafür, dass am morgigen Sonntag von 11 bis 18 Uhr in der Stadthalle möglichst viele Menschen als Stammzellenspender registriert werden können.

Finanziell unterstützen kann man die DKMS auch: DKMS-Spendenkonto, IBAN: DE39 6415 0020 0005 5552 13, Verwendungszweck: Alexa

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