Gerabronn Stadt sichert Freundeskreis ab

Gerabronn / SEBASTIAN UNBEHAUEN 22.05.2015
Die Grundschule Gerabronn ist vom kommenden Schuljahr an offiziell Ganztagesschule. Das freut alle Beteiligten. Die Neuerung hat aber auch ihre Tücken. Denen will der Gemeinderat rechtzeitig begegnen.

Auch bisher gab es an der Gerabronner Grundschule ein nachmittägliches Betreuungsangebot, seit dem 9. März aber ist es hochoffiziell: Der Antrag auf Einrichtung einer Ganztagesschule ist bewilligt - für jeweils sieben Stunden (8 bis 15 Uhr) an drei Tagen in der Woche. Dafür werden zwölf zusätzliche Lehrerstunden bereitgestellt. So weit die Theorie. In der Praxis freilich soll von Montag bis Freitag eine Betreuung sichergestellt sein - und zwar jeweils bis 16 Uhr. 32 Schüler sind bereits angemeldet. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig. Wer aber einmal an Bord ist, muss das auch das ganze Schuljahr über bleiben.

Für die Organisation dieses Angebots ist wie bisher der Freundeskreis der Schule federführend zuständig. Vier der zusätzlichen Lehrerstunden werden monetarisiert, das heißt die Stadt bekommt den Gegenwert ausbezahlt und will diesen in preiswertere Betreuungskräfte stecken, um die Mehrstunden bewältigen zu können.

Allerdings befürchtet der Freundeskreis, dass er dennoch in eine finanzielle Schieflage geraten könnte. Denn nach der Einführung der Ganztagesschule gibt es weniger Zuschüsse vom Landkreis und vom Land als bisher. Außerdem ist die Teilnahme an der Ganztagesgrundschule künftig kostenlos. Bisher ist ein kleiner Beitrag erhoben worden. Was der Verein an Aufwendungen hat, muss er also komplett aus seinen Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erlösen aus Veranstaltungen bestreiten. Ob das wohl reicht?

Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass die Stadt einen etwaigen Abmangel bis zu einer Höhe von 10 000 Euro übernimmt. "Wir wollen das ganz klare Signal geben, dass wir im Notfall in die Bresche springen", sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm. "Wir hoffen, dass der Abmangel in Zukunft kleiner wird - vor allem, wenn es zunehmend gelingt, Ehrenamtliche für die Betreuung zu gewinnen."

Aus drei mach zwei

Die Zahlen sind eigentlich recht erfreulich: 62 Fünftklässler haben sich für das kommende Schuljahr 2015/16 am

Gymnasium in Gerabronn angemeldet. Weil der Klassenteiler aktuell bei 30 Schülern liegt, müsste das nach Adam Riese Dreizügigkeit bedeuten. Tut es aber

überraschenderweise nicht. Das Regierungspräsidium in Stuttgart hat nämlich den Zahlen zum Trotz nur zwei Klassen genehmigt. "Es hieß: Wenn euch das stört, könnt ihr ja zwei Schüler abweisen", berichtete Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm in der Sitzung des Gemeinderats am Montag. Das Urteil des Schulzen fällt da erwartungsgemäß eindeutig aus: "Das ist sehr enttäuschend und dient nicht unbedingt der Förderung eines ländlichen Gymnasialstandorts." sebu

SWP

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