"Was am Morgen des 26. Februar ungewiss begann, fand am Abend des 2. April ein glückliches Ende." So beginnt die Geschichte, die Hermann Kratochvil unserer Zeitung gemailt hat. Hier schildert er die Situation:

7 Uhr lautes Katzenmiauen in der Diele. Was für ein Geschenk hat der Kater heute dabei? Stolz legt er vor sich ein dunkles Knäuel ab. Nein, eine normale Maus ist es nicht - es ist eine Fledermaus. Ein schneller behandschuhter Griff zeigt, dass sie noch lebt. Wo sie herkommt, sagt uns der Kater nicht.

Vielleicht vom Abbruch einer benachbarten Industriehalle? Die Besitzerin meint eher nicht, sie hätte noch keine Hinterlassenschaften gesehen, die auf Fledermäuse hingewiesen hätten. Fest steht, dass die Fledermaus eigentlich noch im Winterschlaf sein sollte. Meine Frau Liselotte sucht nach Ansprechpartnern. Wir landen bei Beate Hager, einer Fledermausspezialistin in Kirchberg/Jagst. Sie erkennt auf den ersten Blick die Mopsfledermaus. Das Tier hat eine kleine Verletzung, ein Fuß ist ab. Nein, nicht vom Kater, denn die Wunde ist schon verheilt.

Beate Hager kümmert sich die folgenden fünf Wochen zusammen mit Sandra Randi aus Eschental um das Wohl des Tierchens. Beide sind Ehrenamtliche der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg. Die Fütterung speziell der Mopsfledermäuse ist zeitintensiv, weil sie den Chitinpanzer der kleinen Mehlwürmer nicht selber knacken können. Am 2. April um 20 Uhr ist es so weit. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist gut, sodass die Mopsfledermaus in die Freiheit entlassen werden kann. Sandra Randi bringt sie in einem kleinen Käfig mit Tüchern, wo sie sich eingenistet hat. Vom Balkon aus soll sie in ihr altes Revier starten. Eine Artgenossin ist im Garten unterwegs. Kaum ist das Türchen geöffnet, startet sie sicher ins Freie und zeigt sich mit ein paar Flugrunden. Wir sind glücklich, zufrieden und danken den ehrenamtlichen Helfern der Arbeitsgemeinschaft Fledermaus.